| Die
Lafette
Die
Geschützlafette wurde von mir parallel zu den anderen
Arbeitsschritten
vorbereitet. Dies ist nicht der allgemein übliche Weg, aber ich
habe
mir angewöhnt soviel Arbeitsgruppen wie möglich
vorzumontieren
und dies bis zum nächsten Lackierabschnitt. Somit sammele ich die
Baugruppen um sie anschließend gemeinsam zu Lackieren. Eine
Arbeitserleichterung
um nicht ständig die Airbrush hervorholen zu müssen.
Bei
der Montage der einzelnen Lafettenelemente begann ich zuerst die
Hydraulikzylinder
zu montieren.
Die
Führungsstange die den Hebemechanismus bewegt ist sinniger weise
aus
einem angesetzten Bauteil M7 zusammengesetzt (siehe Bild unten). Bevor
ich mich einer schier unendlichen Schleif und Spachtelorgie, ohne
rechte
Aussicht auf Erfolg hingab, schnitt ich kurzerhand die
Führungsstange
hinter dem Gabelkopf ab, erweiterte das Loch auf 8 mm Durchmesser und
setzte
ein 8 mm Aluminiumrohr ein. Dieses wurde im Klebebereich mit
Schleifpapier
angeraut und mit Sekundenkleber eingeklebt und anschließend auf
die
passende Länge gekürzt. Die Führungsstange ist nun
garantiert
gerade und läuft einwandfrei im Hydraulikzylinder.
Die
Stützstreben C29 haben an den Innenseiten der Aufnahmen aus
produktionstechnischen
Gründen einen Hohlraum, der wohl kaum zu sehen sein wird, mich
aber
trotzdem störte. Mit Sekundenkleber und Füllstoff
verfüllte
ich diesen Hohlraum kurzerhand. Nach Überschleifen der Stelle ist
diese nicht mehr zu erkennen. Leider ist die Stange ebenfalls
spachtelbedürftig,
da sie ausgerechnet in der Mitte einen Absatz aufweist. Hier
könnte
auch eine passende Metallstange eingesetzt werden, was ich mir aber
erspart
habe.
An
den Zahnstangen müssen ebenfalls einige Senklöcher beseitigt
werden.
Es
empfiehlt sich alle Baugruppenteile der Lafette vorzumontieren. Dazu
gehören
auch die Spantplatten die den Lafettenkasten versteifen. Die leider
auch
hier in großer Zahl vorhandenen Ausstoßerlöcher,
müssen
leider alle vorher Verspachtelt werden! Ein echtes Ärgernis und
sehr
Zeitraubend. Ich habe diese "Spantplattenkästen" vormontiert
und dann lackiert. Da viele Baugruppen später nicht mehr
zugänglich
sind ist dies besonders wichtig aber auch Zeitraubend.
Die
vier Seitenteile der Lafette haben aus unerfindlichen Gründen an
den
Angußstellen drei Vertiefungen. Diese liegen leider auf der
Außenseite
und müssen alle verspachtelt werden. Hier empfiehlt es sich anhand
von Originalbildern zu kontrollieren ob die Oberfläche stimmt.
Bilder
zum Leopold gibt es übrigens auf einigen Seiten die per
Suchmaschine
oder auch über unsere Linkseite zu finden sind.
Die
Seitenteile wurden erst grau grundiert und dann mit Panzergrau XF-64
lackiert.
Der Zusammenbau der gesamten Lafette ist recht komplex, da viel
einzelne
Baugruppen eingesetzt werden müssen. Dabei ist darauf zu Achten
das
die beweglichen Teile auch beweglich bleiben. Modellbauern die unser
gedrehtes
Geschützrohr von Schatton/48 Special Models einbauen möchten,
sollten vor der Lafettenmontage den Abschnitt Rohreinbau lesen!
Das
Rohr wird nur probeweise eingesetzt und so angepasst, das es
später
einfach nur eingeklebt werden muß. Bei Verwendung des gedrehten
Rohres
sind zusätzlicher Ballast im Verschlußkopf und im
Lafettenkasten
nötig!
Ist
die Rohranlage funktionstüchtig wird dies erst auf einer Seite mit
dem inneren Seitenteil verklebt. Dazu wird die Baugruppe in die
Schlitze
eingeschoben und exakt plaziert und dann von der Gegenseite (innen
Zwischen
den Seitenteilen) mit dünnflüssigem Sekundenkleber verklebt.
Es
empfiehlt sich den ganzen Lafettenkasten vorher einmal trocken
zusammenzusetzen.
Die
Lafettenkastenseitenteile bestehen aus einer Doppelwandkonstruktion,
die
durch Schottwände versteift sind. Aus einem mir nicht
nachvollziehbaren
Grund hat man bei Trumpeter darauf verzichtet hier eine zumindest
stützende Konstruktion einzuplanen. Ich kann mir nicht vorstellen,
das sich der Lafettenkasten ohne eine zusätzliche Versteifung
überhaupt
bauen läßt. Bei Verwendung des Alurohres ist sie eine
unumgängliche
Maßnahme. Bedingt durch das Rohrgewicht müssen die dadurch
auftretenden
Kräfte an der Rohrwiege auf den Lafettenkasten übertragen und
möglichst gleichmäßig verteilt werden, da sich dieser
sonst
über Kurz oder Lang zu verziehen beginnt.
Begonnen
wird damit alle Bauteile vorzubereiten. Die Hebeanlage muß mit
einer
scratch gebauten Konstruktion ergänzt werden, wenn das Rohr
beweglich
bleiben oder in Erhöhung fixiert sein soll. Ich habe mich für
ein bewegliches Rohr entschieden und weiß noch nicht genau ob es
auch klappen wird.
Die
Hebeanlage funktioniert im Original wie folgt:
Die
Zahnstangen werden über ein Getriebe angetrieben und dienen der
Einstellung
der Rohrerhöhung. Der an sie angeschlossene untere Zylinder hebt
mittels
Hydraulikdruck die Eigenmasse des Rohres weitgehend auf. Somit ist eine
minimale Kraft zum Verstellen der Rohrerhöhung nötig. Die
Parallelstangen
geben die Kraft an das Rohr weiter. Damit dies ohne Verlust geschieht
ist
der Koppelpunkt auf einer Schiene geführt. So wird eine
geradlinige
Kraftübertragung erreicht. Unter dem Rohr selbst befinden sich nur
die Rücklaufbremszylinder, welche den Rückstoß bremsen.
Im
Modell funktioniert dieses Prinzip genauso, mit Ausnahme des
Massenausgleichs
durch den Hydraulikzylinder. Dieser ist ohne Funktion aber beweglich.
Um
diese Funktion zu schaffen benötigt man eine entsprechende
Kraftquelle,
z.B. eine Sprialfeder. Das fehlende Wiederlager des Antriebs wird durch
einen Führungsblock ersetzt, der dafür sorgt, dass die
Zahnstangen
parallel geführt werden. An das Ende der Zahnstangen wird eine
Spiralfeder
befestigte, welch mit dem andern Ende am Lafettenkasten befestigt ist.
Dazu muß die Kasteninnenwand entsprechend verstärkt werden.
Der
gesamte Lafettenkasten muß durch einsetzen von Schottwänden
zwischen die innere und äußere Seitenwand verstärkt
werden.
Leider liegen mir keine originaldaten hierzu vor. Daher mußte ich
improvisieren. Generell ist anzunehmen das die Senkrechten
Schottwände
an den Stellen zu finden sind, wo sich die Höhe ändert und am
durchbrochenen unteren Rahmen Querstreben zu finden sind. Folglich habe
ich hier senkrechte Schottwände aus 2mm Polyplatten von ca 12 mm
breite
eingesetzt. Diese wurden zwischen die Absatzkanten auf den Innenseiten
der Seitenteile geklebt. Der Verlauf der horizontalen Schottwände
ist auf den Fotos gut zu erkennen.
Damit
diese nach dem Zusammenbau nicht mehr zu erkennen sind, werden sie ca.
1cm oberhalb der Unterkante eingeklebt. So entsteht ein regelrechter
Kasten.
Oben habe ich entlang der Absatzkante noch über die ganze
länge
einen 1mm dicken Streifen Polystyrolplatte eingesetzt. Dies ist
nötig,
da die zweite, äußere Seitenwand erst nach einsetzen der
Waffenanlage
endgültig verklebt werden kann. Auf der rechten, glatten Seite
kann
dies schon nach Einbau der Schottwände passieren. Um zu verhindern
das sich der Kasten dabei verzieht, sollte er auf eine gerade Schiene
geklemmt
werden. Diese richtet das Seitenteil gerade aus. Erst dann verkleben.
Die
linke Doppelwand wird dabei vorerst nur eingesetzt, um die Konstruktion
auszurichten. Sie kann erst nach den Einbau der gesamten Waffenanlage
verklebt
werden!
Jetzt
werden die Modifikationen an der Hebeanlage vorgenommen. Dazu werden
aus
5mm Polyplatte zwei 2x4,5cm Stücke gesägt und planparallel
verschliffen.
Sie müssen saugend zwischen die Innenwände passen. Auf einer
der Platten wird die Mittelachse ermittelt und der genaue Abstand der
oberen
Führungskerbe der beiden Zahnstangen angezeichnet. Hier werden
zwei
1mm breite und 1,5-2mm tiefe Schnitte eingesägt, in die dann je
ein
Streifen 1mm Polystyrol eingeklebt wird. Es sollte kein härteres
Material
sein, um unnötigen Verschleiß zu verhindern. Diese Werden
dann
auf 1mm Höhe heruntergeschliffen. Die gelingt sehr einfach durch
einlegen
eines 1mm Polystyrolstreifens zwischen die beiden Senkrechten. Dann nur
runterschleifen und fertig ist die Parallelführung. Es muß
nun
ein passender 4,5mm hoher Trennblock zwischen die beiden Platten
eingesetzt
werden und anschließend die zweite Platte darüber geklebt
werden.
Rechts und links wird mittig je ein 3mm Loch gebohrt in das ein Stift
aus
Alu oder Messingdraht eingesetzt wird. Dieser gewährleistet
später
einen stabilen Sitzt und ein Justieren in der Neigung, bevor das Teil
eingeklebt
wird. Der Führungsblock sitzt unmittelbar vor der Zwischenwand und
orientiert sich an deren Neigung. In die inneren Seitenwände
müssen
natürlich an der passenden Stelle ebenfalls 3mm Löcher
gebohrt
werden.
Ist
der Führungsblock richtig eingebaut, sitzt er direkt an der
Schottwand
und die Zahnstangen laufen parallel zueinander und in gerader Linie mit
der Hydraulikzylinderachse und der Führung. Dabei fahren die
Zahnstangen
nicht aus dem Führungsblock, sondern stehen noch ca. 5-8 mm
über.
In den Überstand wird, in beide Stangen, ein 2mm Loch gebohrt und
ein passend gebogener Draht eingeklebt. Er dient als Halterung für
die Spiralfeder. Damit sich die Feder später selbstständig
zentriert,
sollte der Draht nicht einfach gerade, sondern in der Mitte geknickt
sein.
Auf
der gegenüberliegenden Seite wird eine Öse in die Kastenwand
eingesetzt. Dazu muß auf die Gegenseite (dort wo das Kreuz sitzt)
eine Verstärkung eingebaut werden. Die 1,5 mm dicke Wand
könnte
die Kräfte nicht lange halten.
Es
empfiehlt sich daher aus 2mm Schweißdraht eine Ösenhalterung
zu biegen (siehe Bild unten). Diese wird zwischen zwei 2mm
Plastikplatten
geklebt als Abstandshalter kommen noch einige Winkelteile dazwischen.
Diese
verbinden die beiden Platten miteinander. Das Ganze wird dann in den
Kastenhohlraum
eingepasst. Dazu muß in die Schottwand ein Spalt für
die
Öse gefräst werden. Einfach zwei Löcher bohren und mit
dem
Messer ausschneiden. Zur Positionsbestimmung dient die Unterkante der
Abdeckplatte.
Sie gibt die max. Höhe an. Das Teil sollte möglichst weit
oben
sitzen, damit die Federkraft optimal ausgenutzt wird. In den Hohlraum
darunter
sollte Ballast eingesetzt werden!
Das
größte Problem ist nun eine passende Spiralfeder zu finden.
Ich hatte zufällig eine in der Grabbelkiste, gut wenn man alles
aufhebt.
Bevor
nun die Waffenanlage eingesetzt werden kann, muß auf dem rechten
Seitenteil die ober Abdeckung eingepasst werden. Unterhalb der
Rohrwiege
muß auf der Innenseite eine Verstärkung aufgeklebt werden.
Durch
addieren mehrerer Schichten Plastikkarte muß der Hohlraum unter
der
Rohrwiege, bis hin zum Verstärkungsblock in der Seitenwand
aufgefüllt
werden. Sinn ist es durch vollflächiges verkleben mit
Sekundenkleber
die Kräfte vom Drehpunkt, durch die Schichten aus Plastikkarten
auf
den Verstärkungsblock und schließlich die gesamte Seitenwand
zu übertragen. Dadurch wird verhindert, das sich, durch
Ermüdung,
das Teil später verzieht.
Zur
einfacheren Montage der weiteren Teile sollte der Lafettenrahmen an
einem
Alu-L-Profil angeklemmt werden. Optimal ist es, wenn dieses wiederum an
einem Kugelkopfschraubstock befestigt ist. Dies ermöglicht es, die
gesamte Baugruppe mit einem Handgriff zu drehen und in eine optimale
Position
zu rücken. Überdies wird der Kaste so gerade ausgerichtet und
kann sich nicht verziehen!
Um
die Waffenanlage parallel auszurichten ist darauf zu achten, das die
Rohrwiegen
auf einer Achse liegen. Sitzt der Wiegenblock auf der rechten Seite in
Position, kann nun die Rohranlage eingesetzt werden. Dazu die Feder
aushängen!
Vorsichtig das Rohr einsetzen und den reibungslosen Lauf der Mechanik
überprüfen.
Stimmt dieser, kann die Gegenseite montiert werden.
Dazu
die innere Seitenwand zuerst einkleben. Gefolgt von der
äußeren
Seitenwand und der oberen Abdeckung, dann die linke Rohrwiege ankleben.
Da diese nun seitlich eingeschwenkt werden muß, ist hier Vorsicht
geboten. Zum kleben sollte man hier einen dickflüssigen und
langsamen
Sekundenkleber verwenden, der kleinere Korrekturen ermöglicht.
Plastikkleber
ist ungeeignet, da er zu lange zum Trocknen benötigt und auch
nicht
die notwendigen mechanischen Eigenschaften hat. Vor dem Weiterarbeiten
den Kleber gut trocknen lassen! Dazu da Rohr eventuell aufbocken.
Nun
ist der Lafettenkasten fast fertig. Natürlich dürfen die
ganzen
zusätzlichen Kleinteile nicht vergessen werden, die ich hier nicht
extra erwähnt habe!
Bevor
die Abdeckungen an den beiden Enden der Lafette aufgeklebt werden,
sollte
in den Hohlraum noch reichlich Ballast eingeklebt werden. Dann kann die
Spiralfeder eingehängt werden und zeigen ob sie funktioniert. Bei
meinem Geschütz funktioniert diese Mechanik tatenlos. Das Rohr
bleibt
in jeder Neigung sauber stehen und läßt sich ohne Mühe
auch ablegen. dennoch sollte man dem Material nicht zuviel zumuten. Es
ist eben "nur" Plastik.
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