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M103 A2 Kampfpanzer
RC Modell im Maßstab 1:16
Autor Th. Schrecke 26.09.2022
Alle Modellbilder Copyright  ©48Special Models/Thorsten Schrecke 2022

Zum Modell

Der M103 wurde in den späten 1950er Jahren als schwerer Kampfpanzer mit 120mm Kanone entwickelt. Unterschieden werden die Versionen M103, M103A1 und M103A2. Der wesendliche Unterschied zwischen dem M103A1 und dem A2 ist die Mototrisierung, die sich äußerlich in einer Änderung des Heckbereiches äußert. Der A2 hat fast den gleichen Heckbereich wie der M60A1.
Der M103 wurde nur in geringen Stückzahlen gebaut, verglichen mit der M60 Familie. Die Version M103A2 hatte lediglich 300 Exemplare, von denen 72 in Europa stationiert waren. Der Rest wurde zumeist von den US Marines genutzt.
Der M103 kam 1959 zu Truppe und die mesiten exemplare der A1 Version gingen direkt zu den Marines nach Vietnam. Die Motorisierung des A1 war aber zu schwach und so folgte eine Aufrüstung zum A2. Das Fahrzeug war wegen der sehr lange 120mm Kanone sehr speziell und im Dschungel Vietnams nur bedingt von nutzen.
Daher wurde ein Teil der Panzer an die Truppen in Europa weitergegeben. Hier war der Panzer bis Mitte der 1970er im Einsatz und macht durch seine schiere Größe Eindruck.
Ich kann mich noch an dieses Fahrzeug erinnern, welches auch für kurze Zeit in unserer örtlichen Kaserne auftauchte, damals im farbenfrohen MASSTER Anstrich.
Ich bekam von meinem Vater damals ein ROCO Modell des M103 im Maßstab 1/87 (H0) und seitdem war ich auf der Suche nach einem größeren Modell. Dragon hat vor einigen Jahren den M103 als 1/35 Bausatz geliefert, dieser hat aber einige kleine Fehler, was mich zur genaueren Recherche im Internet veranlasste und mich zu einer Seite mit einer sogenannten "Walk around"-Fotostrecke führte.

Eine weiter Suche im Netz zum M113 als RC-Modell in 1/16 brachte mich zu einen Webshop aus Hong Kong namens
DKLMRC der unter der folgenden URL erreichbar ist:

https://www.dklmrc.com

Das besondere an den OKMO Design Modellen von
DKLMRC ist, daß sie fast komplett aus dem 3D-Drucker kommen. Alle Teile werden auf Industriedruckern aus unterschiedlichen Materialien perfekt Originalgetreu gedruckt. Auch die Fahrwerksteile sind aus extrem blastbarem Kunststoff gedruckt. Nur die Ketten und das Metall Antriebsrad des M113 sind Serienfertigung.

Mit dem Betreiber hatte ich eine Konversation über E-Mail zum M113A3 Modell, welches ich schließlich auch bestellt habe und demnächst bauen werde. Wir sprachen auch über den M60 den er im Angebot hat und dabei bekundete ich mein Interesse an einem M103.
Ich hatte im Internet nach einem Anbieter eines passenden Bausatz in 1/16 gesucht aber nichts gefunden.
Er teilte mir dann mit, daß er diesen auch produzieren würde aber derzeit nicht im Shop anbiete?! Ich fragte nach was mich so ein Modell kosten würde und er meinte er habe noch einen auf Lager den ein Kunde nicht abgenommen hätte. Wir wurden uns handelseinig und das Abenteuer DHL begann!

Das Paket mit dem Bausatz war laut DHL-Sendungsverfolgung schon nach 3 Tagen in Frankfurt im IPZ, um sich dann 11 weitere Tage nicht vom Fleck zu rühren. Erst meine Nachfrage bei DHL brachte das Paket wieder in Bewegung und nach Zahlung der fälligen Einfuhrmehrwertsteuer, in Bar an der Haustür (weil Kartenzahlung angeblich nicht möglich sei! Es lebe Industrie 4.0!!) hielt ich den ersehnten Bausatz in Händen.

Äußerlich war das Paket unbeschädigt, hatte aber eine Dell in der Seite (woher kann man nur vermuten). Beim Auspacken stellte sich dann heraus, daß das Schutzblech hinten, links abgebrochen war. Der Schaden ließ sich mit etwas Sekundenkleber schnell beheben, zeigte aber gleich eine Schwachstelle am Modell auf.
Die Verbindung der Schutzbleche zum Oberwannenteil sind sehr dünn bei diesem Modell. Das Original hat hier eigentlich keine durchgehende Verbindung. Die Bleche sind von Oben und Unten nur an einigen Stellen mit der Wanne verbunden. Für den Bausatz hat man aber Oberwanne und Bleche zu einem vorderen und einem hinteren 
Oberwannenteil verbunden, mit entsprechenden Schwachstellen, an denen das Teil gerne und leicht bricht. Mehr dazu unten im Bildteil.

Der M103A2 ist wie der M113A3 ein 3D gedrucktes Modell, nur die Laufrollen, Antriebszahnrad und Kette stammen von Serien Modellen. Die Laufrollen vom M26 Pershing, dem Urahn der ganzen M60 Serie und das
Antriebszahnrad und Kette vom M1A2, dem quasi letzten der Ahnenreihe. Kette und Räder sind aus Kunststoff und da mir das nur bedingt gefällt orderte ich sogleich den Metallrollensatz der M26 Pershing und einen Satz Antriebszahnräder des M1 aus Metall.
Leider klappte das nur bedingt  gut und ich warte derzeit auf Ersatz, denn der 
Antriebszahnrädersatz bestand leider nur aus Innenteilen. Der M26 hat zudem eine Laufrolle und eine Stützrolle zu wenig. So muß ich diese noch zusätzlich besorgen.

Zum 3D gedruckten Modell kann man nur sagen Toll!. Die Details sind superfein und vieles ist direkt angedruckt, was üblicherweise zum Teileschinden als Einzelteil kommt!
Dem Kit liegen mehere Beutelchen mit Schrauben unterschiedlicher Größen, Spiralfedern und diverse Kleinteile bei, aber keine wie auch immer geartete Bauanleitung! Der Hersteller hat zu seinen Modellen meist im Shop eine herunterladbare pdf-Datei  verfügbar, aber die gibt es zu diesem Modell auch nicht, da es derzeit im Shop nicht angeboten wird. Bezüglich der Schrauben ist da der eigene Grips gefragt. Das die Spiralfedern in die Federbeine des Fahrwerkes gehören versteht sich da schon fast von selbst, wo aber welche Schraube mit welchem Gewinde hingehört sollte man sorgfältig prüfen bevor man sie verbaut!

Einzig die für den 3D-Druck gewählte Kunststofffarbe ist unvorteilhaft. Das opake Weiß läßt alles zu einem "white out" verschwimmen. Besser wäre hier ein schwarzer oder grauer Kunststoff. Aus dem bestehen die Träger für die "Innereien", denn der Tank hat auch innere Werte. Einen Motor-Getriebeblock mit kurzen Achsen, eine Einbauwanne für die Elektronik (die gesondert gekauft werden muß) und eine vordere Einbauwanne mit dem Getriebemotor für den Turmantrieb samt Stahlzahnrad. Der Schwenkbereich beträgt 360 °!
Im Turm verbaut ist ein weitere Motor der die Kommandantenkuppel antreibt. Der Turm ist ein Monster und mit der Kanone fast doppelt solang wie die Wanne.
Die Luken im Turm können geöffnet werden, genau wie die Fahrerluke in der Wanne.
Die Kanone besteht aus einem vorderen Rohrteil, der innen mit eine GFK-Stab stabilisiert ist, welcher bis in die Aufnahme an der Rohrrücklaufeinheit führt. Die Mündung ist perfekt und hat sogar Zügen die ca. 3cm ins Rohrinner verlaufen.  Das Rohr paßt sauber auf den Anschluß der
Rohrrücklaufeinheit und kann dort angeschraubt werden. Die Rohrrücklaufeinheit hat zwei Servos. Eine zum Heben und Senken des Rohrs und einen für die genau gesteuerte Rohrrücklaufbewegung. Im vorderen Teil des Turms, neben der Rohrrücklaufeinheit, sind Gewichte verbaut, die das Eigengewicht des ausladenden Turmhecks ausgleichen. Der Turm ist auf Kugellagern gelagert und hat einen demontierbaren Drehkranz.

Das Fahrwerk ist Drehstabgefedert und hat kugelgelagerte Schwingarme aus Kunststoff, an die einzelne Federdämpfer angebaut sind, die ebenfalls mit Spiralfedern gedämpft werden!
Die untere Wanne besteht aus einem Stück und ist komplett gedruckt! Diverse Kleinteile, wie die Anschlagfedern für die Schwingarme und Details am Heck wie Licht, Kupplung und Scharniere für die Motorraumtüren müssen noch montiert werden.
Zur Stabilisierung der Wanne sind oben drei Stahlrundstäbe eingebaut, die ein Verwinden verhinden sollen. Die eingebauten Wannen für die Elektronik werden mit dem Wannenboden verschraubt und geben den Ganzen zusätzlich halt. Ob das für das Metalllaufwerk reicht muß ich erst noch feststellen.

Die Oberwanne ist in einen vorderen und einen hinteren Teil unterteilt. Der Vorderteil wird vorne mit zwei Metallgewindeschrauben gesichert und hinten in eine stabile Einrastkerbe eingesetzt. Damit ist der feste Sitz des Turms gewährleistet. Die Heckplatte gibt die Motorabdeckung wieder und wird durch acht extrastarke Magnete gehalten. Hier muß man aufpassen wo man die Platte anhebt sonst bricht möglicherweise ein Teil ab.

Auf der Unterseite der beiden Oberwannenteile sieht man, daß die Bleche im Bereich der Staukästen und Auspuffschalldämpfer hohl sind. Um den Staukästen eine gute Kontaktfläche zum Ankleben zu bieten, hat der Designer hier die Innenseite angehoben. Normalerweise fällt das nicht weiter auf, wer schaut schon unter die Kettenschürzen? Doch hier gibt es keine und so habe ich als eine der ersten Amtshandlungen in deutscher Gründlichkeit die Unterseiten geschlossen. Bei dieser Gelegenheit konnte ich auch die Bruchstelle am Blech etwas verstärken. Siehe Bilder.

Der Bausatz

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Überblick über alle gelieferten Teile
Das abgebrochene Kettenblech hinten links
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Turm und UnterwanneDetail der  Schwingarme
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Der Turm mit den bereits angeklebten DetailteilenDie Entfernungsmesserglocken bekommen die Hebeösen
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Blick in die entleerte WanneMigeliefert wurde der linke, deutsche Kanistertyp. Richtig wäre der rechte US Typ. Hier aus dem Kit von Classy Hobby, Artikel-Nr.: 16MC16008
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Die Rückbeleuchtungsaufnahmen sind nur aufgesteckt. Sie müssen erst noch lackiert und mit LEDs bestückt werden.Die Rohrblende mit den Anschlagpunkten für den IR-Scheinwerfer. Dumm nur, daß der von unten angeschraubt werden soll...
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Unterseite der Heckabdeckung. Deutlich sichtbar die Aussparung für den Staukasten auf der Oberseite. Darüber verläuft die Bruckkante, die nach dem Kleben kaum sichtbar ist.Das sieht nicht nach meinem Geschmack aus und ist natürlich nicht Vorbildgetreu.
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Aber dafür hat uns der Liebe Gott ja Polystyrolplatten in unterschiedlichen Stärken gegeben!Einpassen, einkleben, beischleifen, fertig!
Die obere Ausweitung der eingeklebten Platte geht nun über die Bruchstelle hinweg und stabilisiert sie.
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Mit einem 0,5mm dicken Streifen und langsam härtendem Sekundenkleber werden die Ausparungen auf beiden Seiten überklebt.Nur noch sauber verschleifen, so das alles wie aus einen Guß wirkt und dann lackieren. Auf die auf der Unterseite des Bleches beim Original vorhanden Muttern der durchgeführten Schrauben verzichte ich aber.
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Der Seitenstreifen am Turmring und der aufgesetzte Staukasten.
Beachte die Schräge rechte davon.
Die harte Abbruchkante an der Schräge der Frontblende ist nicht korrekt.
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Sie müßte, wie hier bereits geändert, abgerundet sein!Aus dieser Perspektive erkennt man, daß die Staukästen geringfügig zu schmal sind. Die Lücke zum Turm hin sollte schmaler sein.


Zum Bau des Modells

Der Zusammenbau des Modells unterteilt sich in zwei Hauptteile, die äußere Gestaltung und die Elektronik für den Fahrbetrieb. Beide können weitgehend unabhängig voneinander erfolgen. Allerdings gibt es einige wenige Schnittstellen, an denen man sich entscheiden Muß was man zuerst erledigen muß.

In diesem Fall macht uns die Grundfarbe des Modells das Leben unnötig schwer. Das opake weiß ist wie ein Schneesturm, man kann die Oberflächendetails nicht erkennen. Das macht die Begutachtung der Oberfläche fast unmöglich. Da sich bei 3D-gedruckten Teilen gerne mal ringförmige Ebenenkanten abzeichnen, die man durch abschleifen erst glätten muß, ist das weiß hier nicht hilfreich.

Ich habe mir daher den Turm zuerst unter der Lupenlampe mit Argusaugen angesehen und meine Tastsinn bemüht um die Oberfläche zu analysieren. Anschließend befand ich sie für gut genug um zuerst alle Kleinteile anzubringen, die später auch mit der Sprühdose problemlos lackiert werden können. Komplexere Teile nehme ich mir erst mit der Airbrush vor und klebe sie anschließend auf den vorlackierte Turm. Dazu gehören der Dom der Turmlüftung, der Prismenschutz des Richtschützen und die beiden Glocken des Entfernungsmessers.

Da dem Bausatz keinerlei Anleitung beiliegt, greife ich auf eine Bildserie eines M103A2 aus Ft.Lewis zurück, die ich im Internet gefunden und abgespeichert
habe. Da ich meinen Laptop nicht dem Staub der Werkstatt aussetzen will, habe ich die Bilder ausgedruckt. Immer 4 auf eine Din-A4 Seite macht 22 Seiten an Details von allen Seiten. Was hier nicht zu finden ist muß ich dann in der mittlerweile großen Bildsammlung auf dem Rechner suchen.

Diese Bilder erklären alle Details des Äußeren des M103 aber sagen nichts über das Innenleben und die Elektronik!
Daher muß man sich das Modell erst mal genau ansehen und verstehen was der Designer sich bei so manchem merkwürdigen Dingsbums gedacht hat. Hierbei habe ich einige sehr positive Überraschungen gemacht und gelernt das ich bei RC-Panzern noch viel lernen muß!

Als professioneller Bausatzkonstrukteur und Detailkenner arbeitet dann natürlich auch immer das Optimierungsgen mit.
Da ich was die Elektronik von RC-Panzern angeht relativ unbeleckt bin und nur die einfachen Heng Long Steuerungen kannte, mußte ich mich erst mal ins Thema einarbeiten und mich schlau machen. Gelernt habe ich das gute Elektronik ihren Preis hat und diesen dann auch wert sein sollte und das mir derzeit die Mäuse dafür fehlen.

Daher beschloß ich mich zuerste den äußeren Werten des Modelles zu widmen und die inneren ruhen zu, lassen bis ich sie mir leisten kann.
Das bedeutet aber dennoch das einige Elektronikarbeiten erledigt werden müssen bevor man lackiert oder montiert.

So z.B. die Beleuchtung.
Für die Frontscheinwerfer gibt es im Kit keine Klarsichtteile, ebensowenig für die Rücklichter.
Daher mu ich mir diese aus einer anderen Quelle besorgen?!
Bevor aber die Lampenhalterungen montiert werden können, müssen die LEDs verkabelt und eingelötet werden und davor die Lampenhalterungen grundiert und lackiert werden. Das gilt auch für den IR-Scheinwerfer auf der Kanone. Bei letzterem hat mich das fehlen einer Bauanleitung gleich mal auflaufen lassen.
Nachdem ich die drei Befestigungspunkte an der Rohrblende festgeklebt hatte und den Scheinwerfer zur Passkontrolle anhielt, stellte ich fest, das letzterer von unten mit Microschrauben angeschraubt werden soll. Die Schrauben liegen zwar bei, doch sind die drei Streben erst mal eingeklebt kommt man mit keinem noch so dünnen Schraubendreher ran um die Schrauben einzudrehen! Tja, jetzt hilft nur gut nachdenken.

Leichter war es da schon die Glocken der Entfernungsmesser mit den nötigen Hebösen nachzurüsten. Auf den Fotos waren mir diese Hebeösen, die zum Ein- und Ausbau der schweren Stahlglocken nötig sind, aufgefallen. Ihre Position und größe waren gut nachzuvollziehen und so bog ich mir aus einem 0,8mm Messingdraht, den ich um einen 4mm Feilengriff bog, zwei U-förmige Ösen.
Ich zeichnete die Lochpositionen an und bohrte die vier Löcher mit einem 1mm Bohrer. Dann entfernte ich die Marker Markierungen wieder, da diese durch jeden Lack durchblühen! Ich gab einen Tropfen langsam härtenden Sekundenkleber in jedes Loch und schob die vorher angerauhten Ösen in die Löcher. Die Einbautiefe läßt sich mit dem gleichen Feilengriff einfach dadurch bestimmen, indem man ihn durch die Öse steckt. Anschließend sauber ausrichten, kurz warten bis der Klebstoff anzieht, fertig.


Turmaußenseite

Da der Turm recht markant ist und unabhängig von der meisten Elektronik, abgesehen von den Motoren für die Turmdrehung und Rohrsteuerung, bietet es sich an diesen zu Beginn zu bearbeiten, zumal der Großteil der kleinen Anbauteile auf ihm montiert werden müssen.
Vorher wird die Rohrmechanik samt Servos ausgebaut. Wer sich deren Position und Einbau nicht merken kann, der sollte vor dem Ausbau ein Foto machen!
Da der Kunststoff opak, also halbtransparent ist, sollte man den Turm von innen und Außen grundieren, um ein eventuelles durchscheinen von Lichtern zu vermeiden. Nichts sieht so albern aus wie ein durchsichtiger Panzer!
Zuerst montiere ich aber die kleinen Anbauteile die sich bequem mitlackieren lassen. Komplexere Teile oder Hinterschneidungen vermeide ich da ich die Grundierung mit  der Sprydose auftrage und diese solche Stellen nicht gut erreicht. Daher diese Teile besser getrennt lackieren!

Dann erfolgt die Zuordnung der einzelnen Kleinteile. Alle werden auf der Arbeitsfläche angeordnet und dann nach einander in ihrer Position angehalten, aber noch nicht festgeklebt! Es geht nur darum festzustellen wo was hinkommt und ob etwas fehlt!

Mir fiel dabei auf, daß die vorderen Halter für das am Turm befestigte Drahtseil nicht korrekt sind, bzw. fehlen. Im Kit sind nur die U-förmigen Haken enthalten, die wie sich anhand einer Bildrecherche ergab, beim M60 eingebaut sind. Ob beim M103A2 eine andere Befestigung montiert war ergab erst eine genaue Bildrecherche. Beim A1 war generell kein Stahlseil an dieser Stelle verbaut. Beim A2 gab es dieses Seil und die Enden wurden mit einem, mit einer Verschraubung gesicherten, Bügelverschluß geschlossen, um das Seil bei unruhiger Fahrt nicht zu verlieren.

Nach der ersten Passprobe weiß ich nun wo welches Teil hingehört und wie es montiert werden soll. Dabei zeigte sich das z.B. die Bügel an der Rückseite etwas "verbogen" sind. Ich dachte zuerst es sollte einen Gebrauchtlook eines bestimten Fahrzeuges simulieren, mußte aber feststellen das es wohl nur ein Druckerfehler war. Mein Lieferant hatte mich vorsorglich darauf hingewiesen, daß sich verbogene Teile mit Wärme wieder in die ursprüngliche Form bringen lassen. Je nach Größe kann man heißes Wasser oder auch ein Feuerzeug nehmen.
Ich nutzte dazu die kleine Lötlampe und das ganz vorsichtig! Die
verbogenen Bügel wurden erwärmte und mit Hilfe eines Kunststoffreststreifens in Form gebracht und so gehalten bis sie abgekühlt waren. Bei Bedarf kann man das mehrfach wiederholen. Dabei habe ich darauf geachtet das der Gebrauchtlook nur abgemildert wurde. Ich will ja kein fabrikneues Fahrzeug.

Die Montage der Ersatzkanisterhalte erfolgt erst nach der Abschlußlackierung im MASSTER-Farbschema. Die Halter sind in der Regel einfach olivegün lackiert und nachträglich angeschraubt. Da der mitgelieferte Kanistertyp ein deutscher Wehrmachtskanister ist, muß ich beide Kanister durch passende US Jerry Cans tauschen. Den Bausatz dafür gibt es von
Classy Hobby:

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US WWII 20 l Jerry Can & 200 l Fuel Drum Set
Plastikmodellbausatz im Maßstab 1/16

Kunststoffmodellbausatz der unentbehrlichen Ersatzkanister und Kraftstoff Fässer.
Inhalt 8 Kanister und 4 Fässer.
Passend zum neuen Stuart (siehe oben).
Statisches Modell.


Hersteller: Classy Hobby
Artikel-Nr.: 16MC16008

Sofort lieferbar!
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Aber Obacht, es gibt zwei unterschiedliche Typen, die sich am Verschluß erkennen lassen und an der Beschriftung oben. Die Kanister für Diesel sind die mit dem runden Schraubverschluß, während die mit dem länglichen Sicherungsbügel meist für Wasser genutzt werden! Ähnlich wie bei der Wehrmacht werden die Wasserkanister häufig mit einem weißen X markiert oder auch beschriftet.
Da der Halter für US Kanister gedacht ist passen die Kanister aus dem Classy Hobby Bausatz genau hinein und können problemlos genutzt werden.
Herstellerseitig wurde auch der passende Gurt zum festschnallen der Kanister mit samt Schnalle geliefert.  der Gurt ist leider schwarz aber das kann man ändern.

Da ich das Modell später komplett aufgerödelt fahren will, werden natürlich ein paar mehr Kanister beider Sorten benötigt. Hätte ich eine M103A1 Version würden auch die 4x 2
00L Fässer auf einem Halter am Heck verbaut, wie dies in den 1960ern häufig der Fall war, da die A1 Version erheblich mehr Durst hatte als die A2 Version.



Schweißnähte

Als nächstes werden alle Schweißnähte der Details am Turm kontrolliert und gegebenenfalls nachmodelliert. Ebenso auf der Wannenoberseite. Anhand der Fotos läßt sich jede Schweißnaht finden und mit der am Modell vergleichen. An manchen Stellen sind bis zu fünf Schweißnähte übereinander gelegt und ergeben deutlich sichtbare Wülste.

Einfache Schweißnähte erzeuge ich mittels langsam härtendem dickflüssigem Sekundenkleber, welchen ich mit eine Kanüle entlang der Schweißstelle auftrage und dann mit einem Füllmittel bestreue. Ich nutze hierfür das selbe Füllmittel wie für meine Resinabgüsse. Es ist ein Aluminiumhydroxid dessen Vorteil es ist feinkörnig und gut schleifbar zu sein. Dieses wird, aus einem feinen Streuer, der einen feinen Strahl abgibt, vorsichtig auf die Klebenaht gestreut. Die Naht muß ganz damit bedeckt sein, damit sich ein echt wirkender Wulst bildet. Den überschüssigen "Sand"  schüttelt man ab und läßt alles gut trocknen, dann mit einem Pinsel den restlichen Überschuß abbürsten. Gegebenenfalls kann dieser Vorgang mehrfach wiederholt werden.
Bei diesem Modell sollte der Untergrund vorher mit schleifpapier angerauht werden, um die Haftung der Sekundenklebers zu verbessern!

Detailliertere, strukturierte Schweißnähte kann man auch mittels Epoxid Kitt erstellen. Dazu einen Kitt aussuchen, der weich genug ist und sich später gut schleifen läßt. Ich habe dafür einen speziellen Modellierkit der sich mit Wasser gläten läßte. Diesen in kleinen Mengen mischen, zu eine feinen 1-2mm starken Schnur rollen und abschnittsweise auf die Schweißstelle drücken. Dann mit einen schmalen Spachtel oder zahntechnischen Werkzeug andrücken, strukturieren und glätten. Dazu das Glättwerkzeug gelegentlich  in Wasser tauchen.
Dieser Arbeitsgang kann auch nachträglich noch über die bereits mit Sekundenkleber gesetzten Schweißnähte gelegt werden, falls sich diese nach der Grundierung als zu schwach dimensioniert erweisen sollten. Auf dem opak-weißen Untergrund ist ja die genaue Form der Nähte nur schwer erkennbar.


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Die Vertiefung links kann mit Epoxidkitt oder in diesem Fall mit Sekundenkleber und Füllmittel  verfüllt werden. Anschließend wird alles plan geschliffen.Die Innenseite der vorderen Oberwanne im Ganzen.
Beachte rechts die Einrastklauen zur Befestigung an der Unterwanne.
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Nach dem Verschließen muß noch der minimale Höhenunterschied beigeschliffen werden, da die Platte geringfügig dicker ist.Auch hier wird noch nachgearbeitet,
sobald die linke Öffnung geschlossen ist.
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Kleines aber wichtiges Detail am Heck. Die Box mit der Fernsprechereinheit für die Infantrie sollte schon ans Fahrzeug angeschlossen werden!Dazu etwas Lötzinn mit 2mm Dicke passend zubiegen. Ins Motorengehäuse an der richtigen stelle ein passendes Loch bohren, ebenso in die Rückwand der Box.
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Um das Kabel einzupassen muß es erst links in die Öffnung gesteckt, dann durch die Haltestrebe gefädelt und anschließend in Form gebogen werden. Ganz zum Schluß wird es in die Box geführt, die aber noch nicht verklebt wurde!Die angeschweißten Streben werden mit Schweißnähten aus dickflüssigem Sekundenkleber und Füllmittel erstellt.
Achtung, den Untergrung anschleifen für bessere Haftung!
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Diese Methode wird an allen Schweißnähten wiederholt. Anschließend werden in die beiden Antennensockel je ein 1mm Loch so eingebohrt, damit das Regenwasser dadurch ablaufen kann.Auch die Haken für die Kabelhalterung nicht vergessen!
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Unter dem Turmheck befindet sich ein angeschweißter, gebogener Rundstab, der der Turmkante folgt.
Er ist bei fast allen Panzern der A2 Serie zu finden.
Sein Sinn ist mir nicht klar, aber er gehört eindeutig an den A2 Turm.
Hierzu habe ich einen 1,5mm Messingdraht weichgeglüht, zurechtgebogen und dann erst an einer Seite, dann der Mitte und anschließend der anderen Seite mit einen Sekundenkleberpunkt fixiert. Danach wurde den gesammte Draht entlang, beidseitig eine Klebstoff Linie gezogen und mit Füllmittel abgestreut.
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Auch die Ösen vorne und hinten haben Schweißnähte.Ebenso die Halter für den Scheinwerfer auf der Kanonenblende.
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Jetzt können die noch fehlenden Kleinteile montiert werden.
Dabei ist die Fotoreferenz unersetzlich.
Neben die Lukenöffnung gehört das gebogenen Rohrflansch, dem allerdings der Filterkopf fehlt (wie auf dem Foto) der aber im Einsatz nötig war.
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Der Tankverschluß sitzt rechts hinter dem Turm. Die Kommandantenluke wurde vom Hersteller schon mit einer Nadel als Achse versehen und festgeklebt. Den Nadelkopf mußte ich, auf beiden Seiten, mit der Minitrennscheiben noch entfernen.

Die Kettenbleche

Die Kettenbleche haben auf der Oberseite Staukästen, Auspuffschalldämpfer und andere Kästen. Damit man diese gut befestigen kann wurde vom Hersteller eine Art "Schattenkasten" erstellt, der auf der Unterseite einen Hohlraum hinterläßt. Offensichtlich sah man das als wenig tragisch an, denn es wäre technisch problemlos möglich diesen Hohlraum in der Produktion einfach zu zu drucken! Hier sind aber manchmal dem Hersteller die klassische Beschränkung der Möglichkeiten in anderen Fertigungsprozessen noch im Weg. Man denkt nicht daran, daß man im 3D Druck alle Freiheiten hat, die einem in anderen Fertigungsprozessen nicht gegeben sind. Das Drucken geschlossener, hohler Körper eingeschlossen.

So muß ich mich auf die klassische Methode besinnen und in die Vertiefungen Stützstreifen einpassen und eine Platte darüber kleben, die dann sauber verschliffen wird, bis eine ebene Fläche entsteht.

Das ist zeitraubend aber nötig, denn die Öffnungen an der Unterseite sind nicht nur falsch und unschön, sondern auch Schmutzfänger. Also die Abdeckplatten genau anpassen, zuschneiden und einkleben. Ich arbeite mich von hinten nach vorne durch, denn die hintere Oberwanne ist etwas kleiner und nur mit Magneten befestigt. Zudem hatte ich da den Transportschaden, der noch einer gewissen Verstärkung bedarf.
Glücklicherweise hat der Herstelle diesen Bereich um diese Vertiefungen ebenfalls etwas tiefer gesetzt. Bei der hinteren Staukiste sind das fast 1,5mm, was eine stabile Plattenstärke zuläßt. Glücklicherweise reicht die Aussparung bis über die Bruchstelle hinweg, so daß eine aufgeklebte Platte selbige recht gut verstärkt. Die Form ist etwas anspruchsvoll, läßt sich aber relativ schnell herstellen und da man sie zweimal braucht, geht die zweite mit Hilfe der Schablone bedeutend schneller. Zur Wanne hin muß die Form genau passen, ansonsten geht sie nicht mehr auf die Unterwanne. Also sauber arbeiten!

Der längere, rechteckige Streifen ist nur 0,5mm stark, muß aber nur die Hohlräume verschließen. Daher kann einfach ein passendes Rechteck zugeschnitten und über die Öffnungen geklebt
werden. Es reicht aber bis über die Lasche, die unter die vordere Oberwanne reicht und da das Teil fixiert. Bei meinem Bruchschaden ist hier eine der Ecken ausgebrochen, die nun nicht nur verstärkt, sondern auch wieder hergestelllt werden muß.

In beiden Fällen langsam härtenden Sekundenkleber benutzen, da dieser kleine Korrekturen zuläßt. Mit Leimzwingen fixieren und gut trocknen lassen. Anschließend vorsichtig beischleifen, bis eine durchgehende Fläche entsteht.

Bei den vorderen, langen Staukästen wird genauso verfahren. Nur das einer davon unterbrochen ist und dort eine Vertiefung von oben her hat. Vermutlich ist das Teil von einem M60 Bausatz und wird hier zweitgenutzt. Ich konnte zwar nicht feststellen was da beim M60 eingebaut ist, aber beim M103 ist der Kasten komplett durchgängig. Glücklicherweise kann man die erhaben Seite von der Unterseite her sauber plan schleifen, ohne daß die Fläche zu dünn wird. Vorsichtshalber habe ich die Innenecken von der Gegenseite her mit einer Klebstoffnaht gefüllt und so verstärkt.
Die Staukästen sind hier, von unten hergesehen, leider mit dem Kettenblech eben, so daß nicht einfach eine Platte darüber geklebt werden kann. Man muß in die Hohlräume Streifen aus Polystyrol einkleben, die um die Plattenstärke, welche eingeklebt werden soll, niedriger sind als die Umrandung. So bekommt man eine ebene Oberfläche und kann auf vorhandenes Plattenmaterial einer beliebigen Stärke zurückgreifen. Ich habe, der Einfachheit halber und weil es gut zu schneiden ist, eine 1,5mm Platte zugerichtet und eingepasst.
Auf der anderen Seite fällt die Platte kürzer und mit einem Eckausschnitt aus. Das daneben liegende kleine Loch fülle ich mit Sekundenkleber und Füllstoff auf. Das geht schneller und ist nicht soviel Fummelarbeit. Bei den großen Öffnungen hätte man das natürlich auch mit Epoxidkitt machen können, die Oberwanne hätte dadurch aber auch Gewicht zugelegt und je nach Material hätte man 24 Stunden warten müssen bis man verschleifen kann.


Die Feldtelefonbox am Heck

Die Feldtelefonbox am Heck war eine Verbindung nach außen, die sich im Vietnamkrieg bewährt hat. Auf dem linken hinteren Kettenschutzblech war eine Kiste montiert, die sich aufklappen läßt und Zugang zu einem Feldfernsprechen und ausreichend Kabel ermöglicht. Die ist mit dem Innenraum verbunden und ermöglich die Kontaktaufnahme von Außen. So kann z. B. der Kommandant von außen den Fahrer einweisen oder Feuerbefehle erteilen. Ebenso kann die Infanterie, die den Panzer als Schutz nutzt, gegebenenfalls auf Ziele hinweisen oder diese beschießen lassen. Beim M103A2 wurde diese "Neuheit" verbaut aber nicht beim M1. Der bekam dieses nette Gadget erst nach dem Golfkrieg und der Erkentniss das es so manchem Soldaten das Leben hätte retten können im Häuserkampf!

Die Box liegt dem Bausatz bei und ist schön gedruckt, hat aber keinen Kabelanschluß ans Fahrzeug. Denn mußte ich scratch bauen. Man benötigt einen 2mm Bohrer, ein Stück 1,5-2mm dicken Lötzinndraht und ein kurzes Stück 0,8mm dicken Messingdraht.
Mit dem Bohrer werden an der linken Motorenverkleidung und der Boxrückseite (siehe Bild) je ein Loch gebohrt. Der Lötdraht wird dann in das Loch am Motorraum eingeführt und durch die Kettenblechhalterung geführt, dann um 90° gebogen und hinter dem Halter zur Box geführt und dort in das Loch  eingeschoben. Das eine Ende am Motorraum wird zusätzlich mit eine Kabelschelle befestigt. Diese wird aus einem gebogenen 0,8mm Messingdraht gefertigt und durch zwei kleine Löcher, durch das Kettenblech geführt und angeklebt. Die Box wird erst später nach der Lackierung montiert, daher das andere "Kabelende" noch nicht verkleben.


Die vordere Oberwanne

Dann wird die vordere Oberwanne gewendet und sich der Oberseite zugewandt. Auf den ersten Blick sieht alles toll aus. Beim Detailvergleich mit den Fotos zeigen sich aber einige Unterschiede. Die langen Staukästen sind zu schmal und hinterlassen nach dem Einbau eine zu breite Lücke am Turm. Die Rundung am Turm hat in Fahrtrichtung links eine rechteckige Öffnung, die es so nicht gibt. Stattdessen ist hier beim Original ein rechteckiger Streifen angeschweißt, der um die Rundung herum führt. Der Streifen ist eine Verstärkung und Befestigung des Kettenblechs und auf den Fotos klar zu erkennen. Also muß er nachgebaut werden!
Eine passende Plattenstärke aussuchen, einen 9mm Streifen von ca.70mm Länge zuschneiden und anpassen. Durch ziehen über einen runden Bastelmessergriff kann der Streifen vorgerundet werden. Dann mit mittelviskosem Sekundenkleber vollflächig verkleben. Dabei darauf achten, daß Teil auf anhieb korrekt zu plazieren, denn der Kleber hält sofort. Wem das zu gefährlich ist, der kann auch dickflüssigen, langsam trocknenden Sekundenkleber nehmen, muß diesen aber entsprechend dünn auftragen!
Das Teil mit Leimzwingen fixieren und antrocknen lassen. Dann die Zwingen entfernen und mit der Kanüle mittelviskosen Sekundenkleber auf die Plattenkanten auftragen und anschließend mit Füllmittel abpudern. Den Überschuß gleich abschütteln und wegblasen. So zeigen sich eventuelle Fehlstellen die man gleich nacharbeiten kann. Ist die Naht zufriedenstellend, gut trocknen lassen.

Beim Vergleich mit den Fotos fällt auch auf, daß die Kante vor dem angeschweißten Blechteil bedeutend stärker und anders abgerundet ist als am Modell. Hier ist eine harte grade Abbruchkante an der Frontschräge zu sehen, die es auf den Fotos nicht gibt. Daher muß diese Rundung mittels Feile und Schleifpapier angepasst werden. Der Einsatz des Kleinbohrers mit Schleif- oder Fräskopf sollte sehr vorsichtiog passieren, sonst hat man schnell ein Loch im Deck.

Apropos Loch. Die rechteckige Aussparung am Turmrand wurde ja mit dem Blech weitgehendst zugeklebt. Auf der Innenseite klafft aber noch ein relativ großes Loch und die Eckbereiche sind auch sehr dünn. Daher dickflüssigen SK, in dünnen Schichten, zuerst in die Ecken geben, dann eine Lage Füllmittel darüber streuen. Abschütteln des Überschußes und das ganze solange wiederholen, bis das Loch ausreichend gefüllt ist. Alternativ, wenn vorhanden, kann stattdessen auch Epoxidkitt verwendet werden.

Die Staukästen auf der Oberseite werden übrigens erst lackiert und dann aufgeklebt. Da es sonst Hinterschneidungen gibt, die mit der Sprühdose nur schwer zu lackieren sind.

Sind alle Änderungen erfolgt und alle Schweißnähte gesetzt werden noch die Kleinteile auf die Frontseite geklebt. Dazu gehören der gekrümmte Flansch neben der Fahrerluke rechts, die Haltebügel mit Schraubschelle an den Kettenblechen rechts und links und der kleine Kasten dessen Funktion mir schleierhaft ist.

Noch ein Hinweis: Die Rödelriemenösen die auf dem ganzen Modell so wunderbar vorbildgetreu mit aufgedruckt wurden, haben innen, druckbedingt, eine Stützstruktur. Diese sollte man besser nicht entfernen, denn in den meisten Fällen entfernt man damit auch die Öse. Das ist mir passiert und ich mußte die Öse dann mit Messingdraht rekonstruieren. Wo man die Rödelösen nicht richtig benötigt, sollte man sie daher lassen wie sie sind. An Stellen an denen Gurt durchgeführt werden müssen, muß man sie eventuell durch Messingdraht ersetzen.
 
Das Turmheck

Am Turmheck sind neben den Schweißnähten auch einige kleine Umbauten nötig. Kaum zu erkennen und nur an den Spuren die sie Hinterlassen, sind die Bohrungen über die das Regenwasser aus den Antennenhaltersockeln abläuft. Hier führt von oben nach hinten außen eine Bohrung mit leichter Schrägung das Stauwasser ab, das sich im Antennensockel sammelt. Am Modell fehlt dieses feine aber wichtige Detail. Und mit einem 1mm Bohrer und nur je einer Bohrung an diesen beiden
Antennenhaltersockeln tritt man völlig unvermittelt dem Nietenzähler Club bei!

An der Hinteren, unteren Turmkante verläuft ein angeschweißter Rundstab entlang der Turmkante. Vermutlich soll er Regenwasser ableiten. Nach dem ich erst dachte es gäbe dieses Teil nur an den "Denkmälern" mußte ich feststellen, als ich alle mir greifbaren Bilder der A2 Versionen durchsah, daß es sich um ein A2 typisches Standartelement handelt. Alle Fahrzeuge hatten es.
Daher nahm ich mir einen 1,5mm Messingdraht, glühte ihn weich, bog ihn der Rundung entsprechend und klebte ihn erst mit Punktverklebung und dann vollflächig an die Turmkante. Die Klebenaht wurde mit Füllmittel abgestreut und so zur Schweißnaht. Fertig!
Grundieren des Modells

Bevor ich mit den anderen Detailarbeiten weitermachen kann, brauche ich erst einmal einen Überblick über die bereits getätigten Feinheiten. Da das opake Weiß einen fast Blind macht, habe ich mich entschlossen zuerst eine graue Grundierung aufzutragen. Aber davor muß das Modell erst einmal richtig vorbereitet werden.

Da es sich beim Material zwar um einen Kunststoff der thermoplastischen Art handelt, dieser aber nicht mit Polystyrol oder ABS vergleichbar ist, sondern mehr Richtung Polyethylen tendiert, muß das ganze Modell gut vorbereitet sein.
Zuerst reinige ich alles mit Silikonentferner. Der entfernt neben Silikon, wie der Name schon sagt, aber auch Fett oder andere Rückstände wie Staub. Da das Modell, besonders die Wanne recht groß ist, habe ich mir dazu eine Pflanzschale, wie man sie zum Gärtnern nutzt besorgt. Diese besteht aus einer tiefgezogegen, rechteckigen Wanne und einer abnehmbaren Ablageschale. Das Material ist Lösemittelbeständig und kann daher auch als Waschwanne für Waschbenzin oder andere Lösemittel genutzt werden, die nicht in die Kanalisation gelangen dürfen. Man kann alles was daneben geht bequem in ein passendes Gefäß umgießen und die Wanne auch mit Lösemittel reinigen.

Nachdem die Silikonentfernerwäsche erfolgt ist, nehme ich möglichst viel davon mit weichen Papiertüchern auf und lasse den Rest grundlich ablüften. Die Tücher gehören in den Sondermüll wie alle Lacke!
Währendessen baue ich mir, aus alten Kartons, eine provisorische Lackierablage im Freien. Da meine Lackierkabine dafür zu klein ist und ich mit Spraydosenlack arbeite, ist der Weg an die frische Luft am einfachsten. Dennoch sollte man auch hier eine Maske mit Filter gegen organische Lösemittel tragen, denn die professionellen Autolacke beinhalten heftiger Lösemittel als der gewöhnliche Modellbaulack.

Vor dem eigentlichen Farbauftrag kommt erst ein sogenannter Kunststoff Haftvermittler zum Einsatz, den man benötigt um eine stabile Verbindung zwischen Untergrund und Grundierung herzustellen. Dieser Haftvermittler wird z.B. zur Lackierung von Kunststoffstoßstangen genutzt, da es sich hier auch um einen schwer zu lackierenden Kunststoff handelt.

Das gereinigte Modellteil sollte man nach der Reinigung nur noch mit Handschuhen anfassen, die garantiert sauber sind!
Den Haftvermittler, gemäß den Angaben des Herstellers, wie einen Spraylack auftragen. Dabei darauf achten, das auch Hinterschneidungen und Ecken und Winkel davon erreicht werden. Gut trocknen lassen und derweil die graue Grundierung aufschütteln. Das ist wichtig, da sich die Fillerpigmente schnell am Dosenboden absetzten und erst nach mindestens 1 Minute schütteln wieder gleichmäßig im Lack verteilt sind!

Nun kann der Tanz beginnen. Die Ablagefläche auf der das Bauteil später trocknen soll vorbereiten und dann das Bauteil gründlich von allen Seiten grundieren. Man kann das Teil dabei in der behandschuhten Hand halten, um so besser an versteckte Stellen zu gelangen, sollte aber schon vorher festlegen wie man das Teil dann zum Trocknen ablegen kann, ansonsten muß man es nämlich in der Hand halten bis es trocken ist!

Von innen nach außen lackieren! Dabei kontrollieren ob alle Bereich gleichmäßig lackiert werden. Es empfiehlt sich erst die Innenseite zu lackieren, dann trocknen zu lassen und anschließend die Außenseite. Meist kann man nahtlos mit dem nächsten Teil weiter machen, während das erste Teil trocknet.
Anschließend alles über Nacht durchtrocknen lassen.

Am nächsten Tag wir die Lackierung geprüft und alle Stellen die noch nachgearbeitet werden müssen werden abgearbeitet. Vorher kann man noch alle Kleinteile grundieren, damit sie während dessen trocknen können.
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Vordere und hintere Oberwanne.Der Turm von oben.
Jetzt kommen alle Details erst richtig zur Geltung.
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Auf der Oberwanne fehlen noch die Beleuchtung und die Fahrerluke, sowie das Abluftrohr rechts.Die hinteren Staukästen und Auspufffilter, sowie die Feldtelefonbox werden getrennt lackiert.
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Wanne und Schwingarme waren vormontiert und um Lackablagerungen an Reibungspunkten zu vermeiden habe ich sie im Stück lackiert.An diesem Schekel sieht man die Spuren des Druckers in Form von Linien an der Oberfläche. Diese müssen vor dem Lackieren egalisiert werden, also schleifen!

Die Lackierung

Nach dem Grundieren erfolgt die Grundlackierung. Da in zerlegtem Zustand die meisten Teile erheblich einfacher zu lackieren sind, wird die Hauptfarbe Olivgrün zuerst flächendeckend lackiert. Das Modell soll später im MASSTER Tarnschema erstrahlen und daher wird eine Farbe aus diesem Schema die Grundfarbe. Generell waren die meisten Fahrzeuge werkseitig olivgrün lackiert, bevor die MASSTER Tarnung eingeführt wurde. Daher sieht man häufig Bilder in denen z.B. ein M60 A1 eine getarnte Oberwanne und ein einfarbig olivgrünes Fahrwerk hatte. Gründe dafür können sein, daß man mit dem Anstrich noch nicht fertig war als das Bild gemacht wurde oder aber das man sich die Arbeit sparen wollte im strukturierten Fahrwerk lackieren zu müssen. Der MASSTER Anstrich war sowieso eine Art Grundempfehlung wie die Farbgebung erfolgen sollte und wurde in fast allen Einheiten sehr individuell ausgelegt!

Leider konnte ich bisher keine Bilder eines M103 in diesem Anstrich finden, obwohl diese Fahrzeuge, zur Zeit in der der Anstrich aktuell war, noch in Europa im Einsatz waren. Allerdings gab es nur wenige von ihnen und daher ist bisher wohl kein Bild in dieser Farbgebung aufgetaucht. Sollte jemand eines haben würde ich mich freuen wenn er es mir zukommen läßt, danke.

Der olivgrüne Anstrich kommt auch aus der Spraydose. Es ist ein RAL 6003 gelbolivgrün, wie es auch bei der BW verwendet wurde und in den späten 1980ern als allgemeine Grundfarbe für alle US Neufahrzeuge genutzt wurde. Man erkannte neu eingetroffenes Gerät immer an dieser Farbgebung, die vor Ort dann mit individuellen Tarnschemen erweitert wurde.

Die graue Grundierung sollte vor den erneuten Farbauftrag erst einmal gereinigt werden. Es hilft auch mit einem Schleiffvlies vorher noch Unebenheiten zu beseitigen und alles mit Silikonreiniger abzuwischen. Nach dem die Oberfläche getrocknet ist, wird der grüne Farbton in gleicher Manier wie vorher die graue Grundierung aufgetragen. Man sollte an Vertiefungen und Hinterschneidungen anfangen, diese leicht antrocknen lassen und dann flächig weiterlackieren. Zwischenzeitliche kurzes trocknen hilft Farbnasen zu vermeiden! Immer daran denken den Sprühstrahl in Bewegung zu halten, damit sich keine Farbflecken ausbilden. Dünn und gleichmäßig ist die Devise!

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Was die richtigem Farbe doch gleich ausmacht!Der Turm von oben ohne Anbauteile.
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Auf der hinteren Oberwanne sind die Staukästen, etc. noch nicht installiert.Vorne fehlt noch die Beleuchtung und die Luke.
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Kleinteile lassen sich einfacher lackieren, wenn man sie z.B. auf Schaschlikspieße steckt.Alle Kleinteile wurden nur mit Kunststoffhaftgrund und olivgrünem Lack lackiert, da der Farbauftrag sonst zu dick wird.

Nach den Hauptkomponenten geht es mit allen Kleinteilen weiter.

Manche Kleinteile mit der Spraydose zu lackieren ist eine Herausforderung. Seit Jahren, auch bei der Lackierung mit der Airbrush, hat sich der Schaschlikspieß-Trick bewährt. Voraussetzung dafür ist ein ausreichend großes Loch im jeweiligen Bauteil. Vorzugsweise Bohrlöcher für Schrauben sind dafür geeignet, da sie meist sowieso nicht voll Lack laufen sollen. Das Bauteil mit dem Loch auf die Spitze des Spießes schieben und vorsichtig festdrücken. Bei größeren Löchern hilft Küchenkrepp, das um den Stab gewickelt wird, den Durchmesser zu vergrößern.
Komplizierte Teile wie z.B. die Kommandantenkuppel, die beim Lackieren auch gedreht werden müssen, werden auf zwei oder mehr Spieße gesteckt.
Dann die Teile einzeln mit der Spraydose besprühen. Dabei auf kurze Sprühstöße achten und eine spuckende Düse vermeiden. Anschließend die Spieße in einen Halter stellen, z.B. einen großen Becher oder mehrere Rollen Klebeband und trocknen lassen.
Gegebenenfalls muß nachlackiert werden, wenn nicht alle Seiten gleichmäßig mit Farbe bedeckt sind.

Fahrwerk und Laufrollen

Da mir die mitgelieferten Kunststoffrollen und Antriebszahnräder etwas schwach dimensioniert erscheinen und dem Fahrzeug noch Gewicht fehlt, habe ich mir die Metallausgabe selbiger Räder besorgt.

Die Laufrollen entsprechen denen des M26 Pershing und sind die gleichen wie auf der gesamten M60 Serie, zu der auch der M103 gehört. Der M103 hat allerdings eine Laufrolle und eine Stützrolle mehr!
Das Antriebszahnrad stammt bei diesem Modell vom M1A1, der eine Weiterentwicklung des M103 Fahrwerkes darstellt. Da die Kette breiter als beim M26 Pershing ist, muß ein passendes Antriebszahnrad genutzt werden. Glücklicherweise sind die Amerikaner beim Entwickeln neuer Laufrollen und Zahnräder recht faul und haben vom M26 bis zum M60 fast die gleichen Laufrollen und Antriebszahnräder verwendet.

Beim M60 und M103 sind die Zahnräder, im äußeren Teil, an drei Stellen, mit einer ovalen Öffnung durchbrochen. Diese fehlt bei den Modellrädern, auch beim M1, da das Material vermutlich zu schwach würde und der Formenbau komplizierter. Man kann sich diese Ovale nachträglich einfräsen, sofern man eine passende Maschine mit dazugehöriger Spannvorrichtung besitzt. Man kann es aber auch lassen. Ich habe zwar eine Kleindrehbank und könnte die Ovale ausfräsen, habe mich aber, der Stabilität wegen, dagegen entschieden.

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Als erstes kommen die Gummireifen von den Laufrollen.
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Dann wird alles gründlich mit Silikonentferner entfettet.Keine Frage, das war sicher nötig! Das die Flüssigkeit vorher wasserklar war brauche ich nicht extra zu erwähnen, oder?
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Fast alle Kleinteile sind nun einfarbig Olivgrün RAL 6003 lackiert.Die Radnabe innen wird mit Nitroverdünner und
einem Wattestäbchen von Farbe befreit.
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Sogenannte Möbelverbinder oder Gewindehülsen dienen als Lager.
Sie werden auf 7mm Länge gekürzt und auf eine M4 Innensechskantschraube von ca. 14mm Gewindelänge geschraubt.
Vorher nicht die Unterlegscheibe Vergessen.
Der Schraubbolzen fertig zum Einbau.
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Wichtig die Unterlegscheibe und der Schraubenkopf müssen noch unter die Abdeckkappe passen! Ansonsten andere Kopfform oder Größe nutzen.Die Gewindehülse wird nur aufgeschraubt und muß ein bis zwei Zehntel länger sein als die Kugellagertiefe, damit sich das Rad frei dreht.

Der IR-Scheinwerfer

Der Scheinwerfer diente sowohl als Lichtquelle für weißes als auch für infrarotes Licht. Zusammen mit einer Nachtsichtzieleinrichtung für IR-Licht wurde damit das Gefechtsfeld ausgeleuchtet.
Alle Scheinwerfer waren meist ungetarnt und einfarbig olivgrün. Da sie vermutlich häufiger gewechslt wurden, hätte das ansonsten merkwürdig ausgesehen. Es gab aber auch Ausnahmen.

Die Hauptkomponenten des Scheinwerfers sind sein Gehäuse, der Hohlspiegel, die Lichtquelle und die Frontscheibe mit Halterahmen. Da auch diese Teile opak weiß produziert wurden und daher sehr Lichtdurchlässig sind habe ich sie nach dem Grundieren mit Kunststoffhaftgrund, schwarz lackiert. Dazu verwendete ich einfaches Rally Lackspray matt schwarz.

Nachdem alle Teile getrocknet sind wurde der Frontrahmen und das Gehäuse von außen olivgrün lackiert. Damit dabei keine Farbe ins Innere gelangt, wurde das Gehäuse einfach mit etwas Küchenkrepp gefüllt.

Am Hohlspiegel zeigten sich nach dem schwarzen Anstrich die Spuren des 3D-Druckprozeßes. Hier hat der Drucker nicht sauber gearbeitet oder war nicht richtig kalibriert. Also Schleifpapier her und glätten, dann nachlackieren. Die silberne Beschichtung erfolgt später. Dazu verwende ich Chromeffekt Lackspray. Leider zeigen sich danach nicht druckbedingte Spuren die gefüllt werden müssen. Also alles nochmal!

Mit den Scheinwerferteilen wird eine passende Schablone zum Zuschneiden der Frontscheibe mitgeliefert. Sie ist praktischerweise mitgedruckt und funktioniert perfekt, auch wenn ich die chinesische Beschriftung darauf nicht entziffern kann.

Die Scheibe wird mit einem Permanentmarker angezeichnet, mit einer Nagelschere grob zugeschnitten und dem Schleifklotz passend zurechtgefeilt. Für den Bandschleifer ist das Material zu dünn, daher ist Handarbeit nötig.


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Die Hauptteile des Scheinwerfers.Scheinwerfergehäuse innen und außen zuerst schwarz lackiert!
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Kann passieren, der Drucker hat nicht sauber gedruckt.
Dafür gibt es Schleifpapier.
Anschließend wieder scharz lackieren.
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Schablone für die Frontscheibe auflegen und anzeichnen, dann ausschneiden und zurechtfeilen. Das Restmaterial für die Scheinwerfer aufheben!Den Hohlspiegel kann man gut mit Chromeffekt Lackspray veredeln. Die Riefen vom Druck scheinen hier noch durch.
Das wird noch geändert!
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Die beiliegende Kabelführung samt Kabel wird nun auf dem Turm verklebt und mit einer Schweißnaht verziert.

Schraubklemmen für die Kabelösen

Auf den Fotos sind am Turm, deutlich erkennbar, die Kabelösen mit Schraubklemmen befestigt. Diese Kleinteile sind im Kit nicht enthalten, da der Kleinteilesatz vom M60 zu stammen scheint und der hat da nur eine Hakenöse, wie rund um den Turm herum auch. Nach Recherche einer ganzen Reihe von Fotos stellte ich fest, daß der M103A2 die Seilösen immer mit solch einer Schraubklemme befestigt hatte. Der M103A1 hatte hier kein Kabel und am M60 wurde es nur eingehakt.
Bleibt nur eines zu tun, von Hand bauen. Maße bestimmen geht mit dem Foto bestens. Auf dem Foto ist das Ösenmaterial genau 2cm dick und die Öse am Modell hat 2mm Materialstärke. Das erleichtert das Abmessen. Es zeigt sich aber, daß dieser Halter winzige 1,5mm breit und 1cm lang ist. Na dann mal los.

Aus einem Polystyrolplattenrest werden zwei kleine Teile geschnitten, die vorher angezeichnet und gebohrt wurden. Dann spanne ich eines nach dem anderen in die Haltezwinge ein und feile sie
unter der Lupenlampe zurecht.
Den Metallbügel fertige ich aus einem Restmaterial, das von einem Ätzteilerahme der Tiger Lüftungsgitter von Aber stammt. Der Hilfssteg ist genau 1,5mm breit und aus Messing. Abschneiden und mit der Lötlampe weichglühen.
Mit Hilfe eines Reststücks
2mm Messingdraht und der Haltezwinge, die genau auf 2,1mm breite eingestellt ist, biege ich mir den Riegel, indem ich die Zwinge einfach über den Draht drücke. Das Ösenende wir durch wickeln um einen 1,5mm Messingdraht hergestellt. Der Draht verbleibt direkt in der Öse und wird mit Sekundenkleben verklebt. Dann werden beide Ende bündig mit dem Saitenschneider abgetrennt und beigeschliffen. Die Enden kürzen und alles auf das Kunststoffteil kleben, aber nur auf der Ösenseite, sonst kann später die Seilöse nicht eingesetzt werden.

Mit dem Handbohrer werden als nächste die Schraubenlöcher der Befestigungsschrauben und der Flügelmutter gebohrt. Sie sind 1 mm dick und gehen durch
bis in die Bordwand. Dazu werden erst die
Schraubklemmen durchbohrt, dann werden diese an der Bordwand angehalten, positioniert und festgeklebt. Da der Klebstoff auf der kleinen Fläche wenig halt hat, werden 1,1mm Sechskantschrauben eingeschraubt. Anschließend wird der Schweißwulst nachgebildet. Mit dem Pinsel die Teile farblich anpassen. Das Kabel wird erst eingebaut, wenn alle Lackierarbeiten am Turm abgeschlossen sind!

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Fehlen im Kit, die Schraubklemmen für die Kabelösen.
Also selberfeilen!
Dank guter Vorlage kein Problem, aber nur mit der Lupenlampe zu bewältigen.
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Den Riegel biege ich aus Ätzteileresterahmen. Hier vom Tiger Gitter. Die Rahmenstreifen sind genau 1,5 mm breit!Erst ausglühen damit das Material weich wird. Dann über einen 2 mm Drahtrest, mit Hilfe der Haltezwinge zurechtbiegen.
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Da an ein funktionierendes Scharnier bei dieser Größe ohne Ätzteilesatz nicht zu denken ist, wird alles nur gefakt.Vor dem Ankleben erst die Löcher Bohren! Mit einem 0,7mm Bohrer wird begonnen, dann mit einem 1mm aufgeweitete.
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Anschließend wird das Bauteil über das vorhandene Loch in der Turmwand geklebt. Der Untergrund wurde vorher angeschliffen.Mit Sekundenkleber und Füllmittel wird dann die "Schweißnaht" gelegt und anschließend die Löcher durch die Turmwand gebohrt.
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In die Löcher dann die subminiatur Sechskantschrauben einsetzten und von der Turminnenseite her verkleben.Fertig zur Bemalung.
Die Schraube die das Scharnier sichert ist natürlich nicht verklebt, ansonsten kann ja das Auge des Stahlkabels nicht eingesetzt werden!

Die Gußmarken des Herstellers

Auf den Fotos sind deutlich die herstellerseitig angebrachten Gußmarken und Nummern zu erkennen. Leider fehlt das Herstelleremblem, obwohl die Nummern vorhanden sind. Grund hierfür könnte der Markenrechteschutz sein, da der Hersteller noch existiert!
Es wurmte mich tagelang wie ich denn bitte das Logo möglichst in passender Größe auf die Turmseite und die Turmoberseite bekomme, denn auf den Fotos prangen sie da deutlich sichtbar!
Mir gingen alle mögliche Abläufe durch den Kopf, wie man das hinbekommen konnte, aber alle waren ziemlich zeitaufwendig. Beim heruntelassen der Rolläden in meinem Modellbauzimmer fiel mein Blick auf den Karton des Matorro M4 Sherman, den ich direkt vor dem Fenster stehen hatte und was sehe ich auf dem Foto? Genau das Gußemblem auf der Frontwanne! Das Modell steht gerade sowieso schon zerlegt in der Werkstatt, weil es schon längst hätte lackiert und gesupert werden sollen!
Also nix wie hin und ran ans Werk. Schlagartig war mir klar wie ich es mache!

Man nehme etwas Knete, ganz gewöhnliche Knete zum Modellieren. Forme eine Kugel, daraus einen runden Strang und schneide ein kurzes Stück ab. Dieses drückt man nun auf das Logo und hebt es ganz vorsichtig wieder ab, möglichst ohne es zu verbiegen! Ansonsten nochmal von vorne.

Die Stelle am Turm mit Schleifpapier anrauhen, möglichst bis auf das Material, dann säubern.
Jetzt kommt der Teil den nicht jeder auf Anhieb nachmachen kann. Ich rühre mir eine kleine Menge (2-3g) PU-Resin an und fülle die Knetform damit. Mit einem Wattestäbchen entferne ich möglichts allen Überschuß, vor allem am Rand. Dann drücke ich die Knetform vorsichtig mit sanftem Druck gegen die Panzerwand. Zuvor habe ich mir eine Markierung an der Knete gemacht, um sie genau positionieren zu können. Den äußeren Formrand drücke ich so an die Wand, daß er haften bleibt. Jetzt heißt es warten. Derweil erstelle ich eine zweite Form für die Oberseite und wiederhole den Ablauf.

Nach circa einer Stunde entferne ich die Knete vorsichtig. Das Ergebnis ist erstaunlich gut. Nur wenig Material ist zur Seite herausgequollen und kann vorsichtig mit Skalpell und Schleifpapier entfernt werden. Anhaftende Knetereste mit etwas Waschbenzin entfernen.
Nachdem das Material komplett getrocknet/gehärtet ist, gehe ich mit dem Schleifflies vorsichtig darüber hinweg, um die Kanten etwas zu brechen. Anschließend wird alles mit Olivgrün aus der Spraydose überlackiert, fertig!

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Das Original auf der Sherman Oberwanne.Nach dem Abdrucknehmen mit Knete.
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Die Stelle am Turm anschleifen.Resin auf den "Stempel" und an die Wand drücken. Trocknen lassen.
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Das Ergebnis ist wirklich gut.
Mit etwas Waschbenzin läßt sich anhaftende Knete entfernen!
Anschließend mit der Spraydose überlackieren!
Sieht aus als wäre es immer da gewesen.
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Das Ganze noch mal auf der Turmoberseite.Hier ist des Relief nicht ganz so tief oder die Zahlen zu tief?!
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Überlackieren und egal!So sieht der Turm schon besser aus!


Der Tarnanstrich nach MASSTER

Zum Anstrich nach MASSTER gibt es ein empfehlenswertes Heft von Tankograd, in dem die meisten Fakten gut beschrieben sind. Wer sich dafür interessiert sollte sich das Heft besorgen, bevor er mit einer solchen Tarnlackierung anfängt. Ich möchte hier nicht weiter auf die Hintergründe von MASSTER und den damit verbundenen Tarnanstrichen eingehen. Es sei nur gesagt, daß die Amerikaner in den 1960-80er Jahren intensive, wissenschaftliche Versuche zu Tarnmustern und Farbzusammenstellungen unternommen haben. Heraus kamen der als MASSTER bekannte 4-Farben Tarnanastrich und der sogenannte MERDC Anstrich. Der MASSTER wurde zudem in einer Sommer und einer Winter Version definiert. Der hier gezeigte Anstrich ist die Sommerversion, gerne auch als "Woodland Hell" bezeichnet.
Der Anstrich besteht aus einer Grundfarben in Gelboliv RAL 6003, dem Farbtönen Sand hell (Tamiya XF-57 Buff), Rost Braun (XF-63) und Schwarz (XF-11)
Obwohl der olivgrüne Anteil im Verhältniss zum Sand und Braun viel geringer ist, wurde das Modell mit Olivgrün grundiert. Den Grund hierfür hatte ich oben schon beschrieben.
Wichtig ist, daß die Tarnfarben eine harte Trennlinie haben und das sie von hell nach dunkel aufgetragen werden. Im Gegensatz zu späteren Anstrichen sind hier die Kanten messerscharf! Nach dem Handbuch sollte der Anstrich nämlich mit dem Pinsel von Hand durch die Soldaten aufgetragen werden. Einzig die Musterverteilung und die prozentualen Farbanteile waren vorgegeben.
Das führte zu sehr unterschiedlichen Tarnmustern, bei den gleichen Fahrzeugtypen. Leider gibt es vom M103A2 keine Fotos die mir bekannt wären in diesem Anstrich, obwohl die Zeit seines Einsatzes noch in die Ära der MASSTER Tarnung fiel. Der M60 A1 ist, als direkter Nachfolger, aber auf vielen Bildern zu finden und kann daher als Grundlage dienen. Keine Fotos bedeutet aber auch keine Fehler bei der Tarnung, denn es gibt ja keine Originalvorlagen.

Da mir das Abkleben der Wanne und der Oberwanne für eine Airbrushlackierung viel zu aufwändigt war, habe ich mit dem Pinsel gearbeitet. Dazu benötigte ich Pinsel mit Rotmarder Haaren, die sehr weich und biegsam sind. Die Größen 3 und 4 reichen. Für den flächigen Anstrich kann man aber auch noch einen breiten Flachpinsel nehmen. Wichtig ist bei der Verwendung der Acrylfarben von Tamiya diese richtig zu verdünnen. Die Farbe darf nicht zu dünn werden, da sie sonst nicht mehr deckt. Aber auch nicht zu dick, da sie sich ansonsten nicht gut streichen läßt und Pinselspuren zu sehen sind. Je nach Raumtemperatur und Luftfeuchte muß man hier etwas experimentieren. Ich verwende neben der Tamiya Verdünnung noch eine zweite "selbstgebraute" Mischung aus 70-50% destilliertem Wasser und 50-30% Isopropanol. Dabei gilt je mehr Isopropanol desto schneller trocknet die Farbe. Beim streichen mit dem Pinsel sollte man die Trockenzeit länger ansetzen, damit sich die Farbe glätten kann, daher zuerst mit dem Tamiya Verdünner verdünnen und dann entsprechend der Temperatur und Luftfeuchte etwas Isopropanol hinzugeben. Testen auf einem Versuchsstück und wenn gut, dann los!
Man sollte daran denken, daß der Alkohol während dem Lackieren langsam aus der Farbe, auch in der Farbdose entweicht und ihn daher gelegentlich nachfüllen. Dabei immer mit etwas Wasser mischen.

Das Auftragen der Farben mit dem Pinsel ist mir als Airbrushlackierer fast schon etwas fremd geworden, aber in diesem Fall macht es Sinn, denn es kommt dem Original näher. Trotz gründlichem aufmischen der Farben ist leider nach dem Trocknen meist eine Art helle Streifen zu sehen. Das kommt von den eingearbeiteten Mattiermittel. Beim Spritzen verteilt sich dieses gleichmäßig in der Farbschicht. Beim Pinseln leider nicht. Daher muß der gesamte Anstrich später noch mit mattem Klarlack aus der Airbrush überlackiert werden.
Noch etwas ist anders als beim Spritzen. Es dauer länger, viel länger. Alle Teile durchzulackieren hat mich mehrer Tage gekostet, mit Trockenzeiten. Aber das Ergebnis macht die Mühen wett. Spätestens nach dem letzten Farbton Schwarz, weiß man warum man die Panzer in so einer Farbgebung gerne auch als "bunte Kühe" bezeichnete.

Zu beachten ist beim Schwarz, daß es nur einen sehr kleinen Anteil in der Farbgebung hat und das auch die Hoheitszeichen, die Sterne, in schwarz ausgeführt wurden. Daher sollte um die Flächen, an denen die Sterne aufgemalt werden, ausreichend Abstand gelassen werden. Der Untergrund sollte an diesen Stellen auch mit Sand Hell lackiert sein um den Kontrast zu maximieren.

Zur Sternengröße:
In der Anfangszeit der MASSTER Farbgebung waren die Sterne noch sehr groß aber schwarz. Das lag an der "Kalter Kriegs Zeit". Man wollte sicherstellen, daß bei der Identifizierung keine Fehler passieren. Später wurden die Sterne winzig, blieben
aber schwarz. Das wiederum lag daran, daß man erkannte, das die Warschauer Pakt Staaten ihre Fahrzeuge weiterin nur grün lackierten. Zudem waren die Sterne das einzige was den Tarneffekt durchbrach und dienten daher schon (wie auch im WWIII) als Anhaltepunkt für feindliche Panzer. Man kann daher die zeitliche Zuordnung anhand der Stermgröße vornehmen.
Im Fall des M103A2 ist nur die frühe Form sinnvoll, da die Fahrzeuge bei erscheinen der kleinen Sterne schon ausgemustert waren.

Den Stern habe ich mir am Rechner erstellt und in einer Größe von 25mm dreimal ausgedruckt. Das geht bei vielen Grafikprogrammen relativ einfach, da Sterne dort als  geometrische Figuren bereits in skalierbarer Form vorliegen. Der Ausdruck erfolgte auf normalem Schreibpapier. Über den Stern klebte ich dann von beiden Seiten sehr feinen, tranparenten Klebefilm, um die Fläche zu stabilisieren und Farbaufnahme zu verhindern. Das Ganze wurde dann mit Klebefilm auf der Schneidematte fixiert und mit einem neuen, extrascharfen Skalpell und Geodreieck ausgeschnitten. Der Stern wurde anschließend mit der Schere außenherum so weit beschnitten, das man noch Malerkrepp anbringen kann und er nicht mit den Anbauteilen kollidiert.
Anschließend wurde die Schablone von einer Seite mit Sprühkleber leicht besprüht. Die Sorte Sprühkleber die sich rückstandfrei wieder lösen läßt!
Diese Schicht trocknen lassen und dann die Schablone an der passenden Stelle plazieren. Der Stern sitzt auf beiden Seiten an der ziemlich gleichen Stelle. Darauf achten das die Spitzen im Inneren gut angedrückt sind und die Schablone mit dem Innenrand aufliegt. Dann mit Malerkrepp das Umfeld gegen Sprühnebel sichern. Die Airbrush mit matt Schwarz laden und dann einen feine ersten Nebel auftragen. Nachprüfen das die Farbe nicht unter die Schablone läuft oder das sie nicht an der Oberfläche anliegt. Nun eine deckende Schicht vorsichtig in mehreren Arbeitsgängen auftragen. Man kann dazu z.B. erst die eine dann die andere Seite im Wechsel besprühen. Deckt die Farbe, dann das Ganze etwas antrocknen lassen und anschließend die Schablone vorsichtig entfernen. Dann durchtrocknen lassen.
Sollte etwas schief gehen die Farbe entfernen und nach dem Trocknen neu beginnen.

Alle Fahrzeuge haben vorne und hinten noch Identifikationsnummern und rechts und links an der Seite eine Fahrzeugnummer, der meist das Kürzel US- ARMY voransteht, je nach Teilstreitkräftezugehörigkeit. Die Nummern vorne und hinten schlüsseln die Einheit auf und sind in der Regel in weiß gehalten, bei hellem Untergrund ín schwarz. Manche Einheiten haben aber das Weiß durch den Sand Hell Farbton ersetzt, da dieser nicht so leuchtend ist. In manchen Fällen wurden auch Fahrzeuge gesehen, bei denen die Beschriftung von einem hellen Tarnfeld in ein dunkles überging und daher der Farbton wechselte!
Dies entspricht der original Markierungsvorschrift, die mir vorliegt. Bei anderen Fahrzeugen wurde auch einfach eine rechteckige Fläche in sandfarben unterlackiert, auf die dann in schwarz die Beschriftung aufgebracht wurde. Hier muß man genau prüfen wie und wann die Farbgebung erfolgte um den zeitlichen Rahmen einordnen zu können.

Für mein Fahrzeug muß ich die genaue Beschriftung noch ausknobeln und dann passende Schablonen dafür erstellen.
Da ich ein Fahrzeug aus der örtlichen Coleman Kaserne bauen möchte, muß ich die Markierungen der dort stationierten 3. Spearhead, etc. herausfinden, was nicht so einfach ist, da die genaue Aufstellung der Panzereinheiten damals geheim war und heute schwer zu finden ist.


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Zum Üben der richtige Anfang! Die Laufrollen erhalten unterschiedliche Farbgebungen. Dabei müssen nicht immer alle Farbtöne eingesetzt werden!Die Wanne ist echte Handarbeit. Lackieren mit der Airbrush ist hier aufwändiger als von hand.
Zudem wurden die meisten Panzer mit dem Pinsel getarnt.
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Hier fehlt nur noch der schwarze Farbton.Am Rohr kann man die prozentuale Farbverteilung gut erkennen.
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Die grafische Vorlage. Das Bild hier ist in Originalgröße abgelegt.
Sie können es einfach als Grafik abspeichern und dann nutzen.
Die Maske für den Stern am Turm.
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Stern und schwarze Flecken sind lackiert. Es folgt der matte Klarlack.Von der Seite gut zu erkennen der 25mm hohe Stern.
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Sicher verwahrt im Karton. Hier erkennt man die ungleichmäßige Farbstruktur im Braun und den unterschiedlichen Grad der Mattheit der verschiedenen Farbtöne gut.Das Braun ist geradezu fleckig im Vergleich zum grün.
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Dem kann mit einer oder mehreren Lagen Mattlack abgeholfen werden. Hier habe ich einen seidenmatten Glanz gewählt.Auch der Turm sieht da gleich anders aus. Mal abgesehen von der Beleuchtung, die die Farbtöne sofort verändert!
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Viel Handarbeit auch bei den Laufrollen.
Auch sie wurden abschließend mit Mattlack überlackiert.
Detailarbeit am Maschinengewehr. Die Halterung hier ist standardmäßig noch im gerne als NATO-Oliv bezeichneten Dunkelolivgrün gehalten. Die Stützrollen links sind die Kunststoff Version, die ganz in Sandfarben lackiert wurden.
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Die Wirkung der Mattlackierung ist egalisierend.
Sie macht aus verschiedenen Mattstufen eine.
Daher ist es auch gut den Stern schon auflackiert zu haben.
Zudem wird er so geschützt.
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Der Panzer in der Seitenansicht mit fertigem Anstrich.Was fehlt sind neben einigen Anbauteilen und der Steuerung nur das Weathering.
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Heckansicht, hier noch ohne die Rücklichter und Gebrauchsspuren.Die im Original 11,4m lange Kanone ist auch am Modell prägnant!


Nach der farblichen Gestaltung des Tarnschemas sind die Flecken nicht nur farblich unterschiedlich, sondern auch der Grad der Mattheit ist deutlich sichtbar nicht identisch. Daher erfolgt eine komplette Lackierung mit einem Mattlack.
Ich nutzte hierfür den Tamiya Klarlack, dem die Flatbase in geringer Menge zugesetzt wurde. Um den gewünschen Mattheitsgrad zu erhalten bedarf es hier einiger Tests, da der Tamiya Lack leider gerne in Extreme auswandert. So kann es sein, daß er nach dem Trocknen weiße Ränder bekommt, was auf zuviel Flatbase Zusatz hindeutet. Hier muß man mit etwas Klarlackzugabe nachsteuern. Stimmt der Mattheitsgrad, kann anschließend auf Spritzpistolengängigkeit hin verdünnt werden.
Alle Außenteile werden mit einer oder mehreren Schichten gleichmäßig überlackiert. Dann gründlich 24Stunden trocknen lassen!
Auch die Kleinteile wie MG und Kanister, etc. werden so behandelt. Grund ist einen gleichförmigen Untergrund für die spätere Effektbemalung/Alterung zu erstellen.
Daher auch ein seidenmatter Glanz. Um beim Auftragen von Wash und anderen Effekten einen besseren Farbverlauf zu erzielen, darf der Mtteffekt nicht zu stark sein. Nachdem die Effekte lackiert wurden, erfolgt eine abschließende Mattlackierung!
Laufrollenmontage

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Mit einem dreiteiligen Gewindebohrerset M4 werden die Gewinde teilgebohrt.
Nur die ersten zwei Bohrer werden genutzt und der Zweite auch nur zu 2/3 der Tiefe.
Das ist wichtig, damit die Schraube später fest sitzt. So muß sie nicht gesichert werden.
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Verwendet wird hier eine M4 x 14mm Innensechskantschraube, mit aufgeschraubter Hülse, Außendurchmesser 5mm, Länge 7,2mmHier ist nur eine Unterlegscheibe eingebaut. Später werden es zwei sein, eine direkt am Schwingarm und eine oben unter dem Kopf. So wird verhindert, das die Kugellager blockiert werden, da 1/10 Spiel bleibt.
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Vor den Laufrollen müssen zuerst die Federbeine montiert werden. Erst dann können die Laufrollen und ganz zum Schluß die Stützrollen eingebaut werden.Ansicht der Motorlagerung innen. Das inner Loch ist 16mm im Durchmesser und genau so groß das ein Kugellager 16/8 eingepaßt werden kann.
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Da man die Achse nicht ins Loch bekommt wenn man die Kugellager in die Seitenwand montiert,......bleibt nur sie direkt auf die Achsen zu schieben. Das ist relativ schwierig und bedarf etwas nachschleifen der Achse
und ausreichend Öl.
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Ist das Lager drauf, wird es bis an die Getriebewand geschoben.Entgegen der Annahme wird der linke Getriebeblock zuerst eingesetzt. Ansonsten bekommt man den rechten nicht rein!
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Deutlich zu erkennen, die Kette ist zu lang und die Wanne noch zu leicht.Resultat ist ein verkantetes und abgerissenes Dämpferbein!
Sehr ärgerlich!


Um die Laufrollen montieren zu können bedarf es einiger Vorarbeiten. So müssen 16 Gewindehülsen mit M4 Innegewinde und 5mm Außendurchmesser sowie exakt 7,2mm Länge hergestelllt werden. Dann bedarf es noch je 2 Unterlegscheiben mit 4mm Innenbohrung und möglichst kleinem Außendurchmesser.

Die Hülse wird auf eine Innensechskantschraube M4x14mm aufgeschraubt, nachdem zuvor eine Unterlegscheibe aufgesteckt wurde. Dann kommt die Laufrolle darüber und es folgt die Zweite U-Scheibe. Sind die Scheiben angedrückt sollte sich die Laufrolle dazwischen frei drehen können. Ist dem nicht so, eine längere Hülse herstellen. Das Ganze wird dann auf den Schwingarm geschraubt, der zuvor mit zwei Durchgängen eines dreiteiligen Gewindebohrersets M4 bearbeitet wurde. Der zweite Bohrer wird dabei nur zu 2/3 tief eingebohrt, damit das Gewinde nur teilfertig geschnitten ist. Da die Schwingarme aus Nylon sind, wird die Schraube so einfach ohne weiteren Aufwand gesichert. Alle Schwingarme und die Umlenkrollenlöcher vorne müssen so behandelt werden. Bei den Umlenkrollenlöchern habe ich allerdings einen Sacklochgewindebohrer für den Maschineneinsatz genutzt. Der schneidet das Gewinde auf nur ca. 1cm länge komplett. Da die Umlenkrolle vorne an der Bordwand anliegt, wäre man mit dem anderen Bohrer nicht tief genug gekommen. Daher dieser Maschinengewindebohrer, den ich mit dem Handteil zu 2/3 eingedreht habe. Das letzte Drittel der Lochtiefe bleibt wieder ungeschnitten zwecks Selbstarrettierung der Schraube.

Bei der Auswahl der Schrauben und Unterlegscheiben sollte nicht vergessen werden, daß noch die Abdeckkappe darüber passen muß. Bei den Metallkappen ist das nicht so leicht festzustellen, auch mit messen. Hier kann noch ein Problem auftreten, welches zum Auswechseln der Schrauben und eventuell der U-Scheiben führen kann. Sicherheitshalber habe ich mir noch einen Satz Rundkopf-Innensechskantschrauben bestellt, aber der kommt direkt aus China und braucht eine Weile bis er eintrifft. 

Auf dem Bild oben sieht alles schon fast wie ein Panzer aus und der Anstrich macht auch was her. Die Montage und Fertigung der Hülsen hat
mich aber einen ganzen Tag Arbeit gekostet.

Dem Modell liegen die Dämpferbeine bei. Auf jeder Seite 5 Stück. Die Dämpfer sind dreiteilig. Oberteil, Spiralfeder innen und Unterteil. Sie werden oben und unten mit einer Subminiaturschraube befestigt. Ich mußte erst noch das Loch im oberen Ende auf 2 mm aufbohren, damit die Schraube frei hindurchpasste.
Leider sind die Federn etwas dünn und die unteren Beine etwas kurz, so kann es passieren, das alles nach der Montage wieder auseinanderstrebt, weil das unbelastete Fahrwerk einen längern Federweg hat.
Sind die Dämpfer erst mal eingebaut, sollte man daher die Wanne auf den Rädern stehen lassen, wenn man nicht die Federn suchen möchte.
Leider klappte das nicht nachdem ich die Kette aufgezogen hatte und führte prompt zum Bruch eines der Dämpfer.
Den muß ich jetzt ersetzten, entweder durch einen Eigenbau oder sofern ich einen finde, durch einen industriell gefertigten.

Motor/Getriebeeinbau

Die Getriebe mit den angebauten Motoren einzubauen ist eigentlich einfach, sollte man denken, aber weit gefehlt. Zuerst muß nämlich noch ein Kugellager (nicht im Lieferumfang) auf die Antriebswelle, das eigentlich in die Öffnung in der Wanne gehört. Da man die Welle aber nur einführen kann, wenn das Lager auf der Achse ganz bis an das Getriebe geschoben ist, beginnt der Spaß mit dem aufsetzen des Kugellagers. Alle Gleitflächen wurden gründlich gereinigt und geölt, aber dennoch bewegte sich das Kugellager kein Stück über den Anfang der Welle hinaus. Grund dafür war die Vernickelung, die am Wellenende nur wenige hundertstel Millimeter dicker ist. Nach schleifen mit 1200er Schleifpapier und nachpolieren mit einem Tuch und Öl passte dann alles.
Das Loch in der inneren Wannenseite ist eigentlich exakt so groß, daß man das Kugellager hineindrücken kann. Durch die Lackierung hatte sich hier aber Farbe abgesetzt, die erst entfernt werden mußte.
Anschließend begann das Kunststück die beiden Getriebe mit Motor in den engen Motorraum einzuführen und dabei die Achse samt Kugellager in das dafür vorgesehene Loch zu drücken. Es war nicht einfach und brauchte etwas Zeit, bis ich herausfand, daß man, entgegen meiner Vermutung mit dem tieferliegenden Motor rechts zu beginnen, man den linken Getriebeblock mit dem obenliegenden Motor zuerst einführen muß. Auf halbem Weg muß dann der rechte Block eingesetzt werden, so daß man ihn unter dem oberen Motor noch hindurch bekommt. Hört sich kompliziert an, ist es auch!

Denn das Getriebe hat auch eine Basis und die ist breiter als der Rest und muß um den gegenüberliegenden Motor und den ganzen Rest herum lawiert werden. Irgend wie geht das aber. Zuerst wird dann das linke Kugellager samt Achse eingedrückt, während der rechte Getriebeblock noch unbefestigt auf die gleiche Prozedur wartet. Sind beide Kugellager in der Wannenwand verschwunden, flutscht der Rest fast von alleine in Position.
Die Getriebe werden soweit Richtung Wannenwand geschoben, bis das Lager in selbiger verschwunden ist und die Löcher der Grundplatte sich mit den Befestigungspunkten in der Wanne decken. Nun noch anschrauben. Dabei mindestens eine Schraube mit einer Sprenngscheibe sicher, damit sich der Motorblock nicht locker rütteln kann.

Hinweis: Der Aufwand mit den Kugellagern ist meiner Meinung nur nötig, wenn Metalllaufrollen und eine Metallkette genutzt werden. Bei Kunststoffketten und -rollen sollte es auch ohne diese zusätzliche Lagerung keine Probleme geben!

Jetzt kann die Kette montiert werden und anschließend das Antriebsrad. Die Stützrollen erst zum Schluß in die Löcher einschieben aber noch nicht festkleben!
Bei der Montage der Kette zeigte sich, daß das Antriebszahnrad zu dicht an der Wanne sitzt. Es fehlen ca. 1-1,5mm damit es in der Flucht mit den Laufrollen ist. Das kommt durch die von mir eingefügte zweite U-Scheibe an den Laufrollen. Offensichtlich war die ursprünglich nicht so geplant. Dennoch sind sie sinnvoll und geben der Kette etwas mehr Abstand zur Wanne.
Um das Antriebszahnrad um den gut 1 mm nach außen zu verschieben, schneide ich eine U-Scheiben passend zu, so daß sie zwischen Achse und Zahnrad passt. Nun kann der inner Teil des Antriebsrades aufgesetzt werden, dann wird die Kette eingelegt und anschließend der äußere Teil angeschraubt.
Man kann natürlich auch dünner Unterlegscheiben für die Lufrollen einsetzten! Die sind aber gerade nicht greifbar.

Jetzt können die Stützrollen farblich zugeordnet und in die dafür vorgesehenen Löcher gesteckt werden. Noch nicht verkleben, falls noch nachjustiert werden muß. Die Kette erweist sich als eindeutig zu lang. Das Fahrwerk steht noch zu hoch, da das nötige Gewicht fehlt um es abzusenken und die Dämpferbeine neigen dazu sich nach außen zu knicken, da sie nicht weit genug ineinander stecken.
Es kommt wie es kommen muß. Bei dem Versuch das Fahrwerk tiefer zu drücken verkantet sich ein Federbein bevor ich es merke und bricht ab. Ärgerlich da kein Ersatzt beiliegt!
Das bedeutet viel mehr Arbeit, denn jetzt muß ich alle Dämpfer überarbeiten oder gar auswechseln.


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Im Turmbereich befindet sich eine Lücke die geschlossen werden muß.Aus einen PVC-Winkelstück habe ich mir ein passendes Teil gefertig, welches von innen die Rundung abdeckt. Der Winkel darf dabei die Löcher für die Stützrollen nicht abdecken!
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Von außen wurde ein passender, dünner Polystreifen dagegengeklebt, um die noch bestehende Lücke staubdicht zu schließen.Die Kette ist eindeutig noch zu lang, aber es sieht schon stark nach Panzer aus!
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Antriebsrad und Laufrollen müssen in einer Line liegen,
sonst klemmt die Kette!
Notfalls mit Distanzscheiben unterfüttern bis es paßt.


Die Lücke am Turm

Unter dem Turm, an der Oberwanne gibt es eine Lücke in der Kettenabdeckung, durch die im Fahrbetrieb Staub oder Dreck eindringen kann. Am Original ist hier eine Platte verschweißt.
Um Ober- und Unterwanne weiterhin problemlos trennen zu können gibt es nur zwei Möglichkeiten. Erstens einen Streifen von außen, unten gegen den Turmring der Oberwanne kleben. Dabei bleibt aber ein Spalt zwischen Unterwanne und dem angeklebten Streifen, der nicht geschlossen werden kann, ohne das er beim Abheben der Oberwanne Probleme macht.
Die zweite Lösung entspricht meiner Wahl. Ich habe ein Stück PVC-Winkelleiste zugeschnitten, den Kreisausschnitt der Turmrundung darauf übertragen und ihn, wie im Bild oben, so eingepaßt, das er die Löcher für die Stützrollen nicht verdeckt. Da diese von innen verklebt werden müssen, sollte man das vermeiden.
Den Winkel habe ich dann von innen in Position geklebt. Anschließend erstellte ich einen Kreisausschnitt, der sich mit der Turmunterseite deckt und von unten gegen den Winkel geklebt wird. Dabei steht dieses Teil soweit über, das kein Schmutz mehr eindringen kann.

Abschließend wird an der Außenseite, im Winkel noch eine Schweißnaht erstellt und alles farblich noch an die Wannenfarbe angeglichen.

Nun kann die Oberwanne einfach abgehoben werden. Auch der Einschub in den Halter in der Mitte wird nicht behindert. Allerdings hätte man diese Stelle auch beim Drucken gleich schließen können. Ein Punkt der überarbeitet gehört!

Figurengestaltung

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Das Figurenset stammt aus dem M551 Sheridan Bausatz von Tamiya.
Der einzige erhältliche mit Fahrer/Kommandantenfigur aus den 1970ern.
Tamiya hat glücklicherweise eine gute Ersatzteilversorgung.
 Über die habe ich mir die letzten zwei verfügbaren Spritzlinge der Figur besorgt.
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Eigentlich hat die Figur nur eine Kopfhaltung. Im Text unten steht wie man das schnell ändert.Auch die Arme gibt es nur in einer Position, daher muß amputiert werden.
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Testsitzen im Panzer. Die innen angebrachte Wanne paßt genau für diese Figur.Mit dem oberen Turmluk ist es nicht so einfach. Die Figur würde bis zum Gürtel in der Öffnung stecken, leider hat er aber zu volle Taschen.
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Ob ich ihm nur die Taschen leer oder gleich den Unterleib amputiere habe ich noch nicht endgültig entschieden.Derweil wurden dem Fahrer die Arme gerichtet, so das sie ein nicht vorhandenes Steuer halten.
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Nur der rechte Arm brauchte eine Unterfütterung.
Der linke Arm konnte mit Sekundenkleber gefüllt werden.
Kommandant und Fahrer im vergleich. Auch wenn es so wirkt, der Oberkörper ist unverändert bei beiden Figuren.

Ein Panzer wie der M103 hatte 5 Besatzungsmitglieder, von denen man entweder keinen oder mindestens zwei zu sehen bekam, wenn sich das Fahrzeug bewegte. Das waren der Fahrer und der Kommandant.
Nun stammt dieses Fahrzeug aus der Zeit von ca. 1960-1975, dem sogenannten Kalten Krieg und leider sind aus diesem Zeitraum nur wenige Figuren im Maßstab 1/16 zu bekommen. Genau genommen gibt es nur eine und die entspringt dem M551 Sheridan von Tamiya. Seine Besonderheit ist der Panzerfahrerhelm, den es nur in diesem Zeitraum gab und der aus gutem Grund schnell wieder abgeschafft und durch ein besseres Modell ersetzt wurde. Ich kann das bestätigen, denn ich hatte mal einen dieser Helme und bequem ist anders.
Da es sehr wenige Panzermodelle aus der Zeit nach 1945 als 1/16 RC oder Standmodell gibt, bisher jedenfalls und die Industrie gerade erst anfängt für die WWII Modelle die es schon gibt und die demnächst erscheinen Figuren zu produzieren, hat man kaum Auswahl. So bleibt einem nur eine andere Figur umzugestalten oder man besorgt sich den Kommandanten aus dem Sheridan Kit. Nun ist dieses Modell nicht ganz billig, selbst als reines Standmodell. Ich habe zwar beide, aber da ich die Figur für diese Fahrzeuge brauche und eigentlich noch zwei weitere, kann ich sie nicht diesen Bausätzen entnehmen.
Nun gehört Tamiya zu den Firmen die einen guten Kundendienst haben, dafür sind sie halt etwas teurer, aber das bedeutet auch, das man die Spritzlinge aus diesen RC-Modellen einzeln beim Händler oder Tamiya direkt nachbestellen kann. Das macht man normalerweise nur um Ersatz für beschädigte Teile zu erhalten, aber man kann es auch nutzen um, wie hier eine zusätzliche Figur zu bekommen. Tamiya hätte natürlich auch auf die Idee kommen können einen eigenständigen Figuren Satz anzubieten, wie es derzeit beim M4A3E8 Sherman von AHHQ der Fall ist, aber vielleicht kommt das ja noch.

Über das Internet habe ich mir Händler gesucht, die dieses Ersatzteil noch am Lager hatten. Es gab glücklicherweise einen Kollegen, der noch genau 2 Figurensätze hatte und die habe ich auch gleich bestellt.
Bei einem anderen Kollegen konnte ich zudem noch einen der Glasteilespritzlinge ergattern, von dem ich gerne mehr geordert hätte, aber es gab nur noch den einen. Wofür? Dazu später mehr.

Warum man zwei Figuren benötigt ist eigentlich so offensichtlich, das ich mich immer wieder Frage warum die Hersteller nur eine Figur mitliefern? Wenn der Kommandant aus der oberen Luke schaut tut das in der Regel auch der Fahrer, denn der sieht so besser und weiß wenn der Kommandant oben herausschaut  ist keine Gefahr im verzug. Bei Beschuß verschwindet nämlich der Kommandant als erster! Die beiden Kanoniere lassen sich nur blicken wenn es schönes Wetter hat und man auf der Landstraße eine Ausflugsfahrt
zum nächsten Manövergelände macht! Also immer zwei Figuren oder keine, dann aber auch die Luken dicht!

Nun ist der Kommandant des M551 Sheridan in einer Haltung vorgegeben, in der er das M2 MG abfeuert oder zumindestens mit beiden Händen hält. Das ist für einen Fahrer nicht so geschickt, da die Hände hoch vor der Brust gehalten werden. Auch schaut der Kommandant interessanterweise nicht in Schußrichtung, sondern leicht nach rechts, was eigentlich gar keinen Sinn macht. Für den M103 müssen daher beide Figuren umgebaut werden. Der Fahrer muß nach vorne in Fahrtrichtung sehen. Wer viel Zeit und Geduld hat, kann ihn natürlich auch den Kopf mit der Fahrtrichtung drehen lassen. Das sieht bestimmt klasse aus, ist aber ein wenig mehr Aufwand als ich beabsichtigt habe. Daher richte ich den Hals so zu, daß er geradeaus schaut. Dazu muß rechts etwas Hals weg und der entstehende Spalt links muß aufgefüllt werden. Wie schon bei den Schweißnähten hilft hier Sekundenkleber und Füllmittel. Zuerst den Kopf in der neuen Haltung fixieren und anschließend den Spalt mit Klebstoff und Füllmittel auffüllen. Geht sehr schnell und braucht wenig Nacharbeit, wenn man sorgfältig arbeitet. Sieht dann aus als wäre es immer schon so gewesen und so soll es ja sein.
Die Arme des Fahrer sind wie gesagt zu hoch und müssen am Ellenbogen amputiert werden. Auch wenn man sie eigentlich nicht sieht klebe ich sie aber in der korrekten Haltung wieder an, ich will den armen Kerl ja nicht verstümmeln. Dazu muß ich den rechten Ellenbogen mit einem Stück Plastik auffüttern und dieses dann in die passende Form feilen. Anschließend wird der Arm wieder angeklebt und der Übergang egalisiert, durch spachteln oder feilen. Beim linken Arm geht es einfacher. Da dort der Spalt kleiner ist, kann ich ihn mit Füllmittel und Sekundenkleber füllen.
Nun sieht er schon eher wie ein Fahrer aus.
Manche werden nun fragen was mit dem Kopf ist? Die sind ja beide gleich! Ja, aber nur solange er keinen Helm auf hat. Unter dem Helm verschwindet alles bis auf das Gesicht und das verschwindet zu Hälfte noch unter der Schutzbrille. Da sieht man dann nicht mehr viel mehr als das Kinn.

Der Helm ist dreiteilig und besteht aus zwei Halbschalen und dem Mikrofonteil. Die Helmhalbschalen müssen erst mal von innen lackiert werden, da man sonst nicht mehr dran kommt. Dann muß der Kopf und der Halsbereich (wenigstens) fertig bemalt sein. Eigentlich sollte man die ganze Figur fertig lackiert haben bevor man den Helm montiert, denn der geht nur als Halbschalen über den dicken Schädel. Will man den Helm abgesetzt darstellen muß der Kopf noch "frisiert" werden, denn der Fahrer hat eine echte "Helmfrisur" mit Abstandsecken oben und hinten.

Bei der Kommandantenfigur bleibt der Kopf wie er geplant ist und die Arme ebenfalls. Da man die Arme hier gerennt besser lackieren kann, spieße ich sie auf einen Schaschlikspieß. Nur den Kopf klebe ich bereits in Position. Für den Helm gilt das gleich wie beim Fahrer. Ob der Kommandant eine Schutzbrille trägt hängt von der Situation ab in der er dargestellt wird. Im Fahrbetrieb hätte er wohl eine auf, damit ihm bei sagenhaften 30 Meilen pro Stunde nichts in die Auge fliegt. Im Gelände eher nicht und bei Langsamfahrt auch. Daher ist das eine individuelle Entscheidung.

Den restlichen Unterschied macht die Bemalung. Da die Figur die gleiche Kleidung trägt, mit exakt den gleichen Faltenwurf, sollte man hier etwas kreativ sein. Möglicherweise auch die Falten noch mit der Feile bearbeiten. Da der Fahrer aber ab der Schulter abwärt im Panzer verschwindet braucht man sich hier nicht allzugroße Sorgen machen. Das meiste geht daher mit Farbe. z.B. kann man dem Kommandanten eine getarnte Schutzweste verpassen und dem Fahrer nur eine grüne.

Fahrzeugelektrik/Beleuchtung

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Vergleich der Rücklichter. Links das gedruckte Teil, rechts der Spritzling von Tamiya.Wir brauchen davon nur die beiden kleinen runden Teile Nr. 5 und 6.
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Um das fast unmögliche einkleben von Glasteilen in die Rücklichtaufnahme zu umgehen hat Tamiya die Teile einfach klar gespritzt und in eine Stück.Die Teile werden erst von außen silber und dann Olivgrün lackiert, dabei werden die Bereiche wo Licht durchscheinen soll abgeklebt.
Von hinten wird dann schließlich einfach eine weiße 5mm LED eingesetzt.
Die gedruckten Rücklichter haben mir nicht wirklich gefallen. Allerdings verhält es sich bei diesen wie bei der Figur, es gibt nur einen Bausatz in dem authentische US ARMY Fahrzeugrückleuchten aus der Zeit nach 1945 enthalten sind. Ich habe mal einen Satz originale Rücklichter auf einem Flohmarkt gekauft, daher weiß ich wie diese Teile wirklich aussehen. Die meisten Modellbauer sind ihnen aber sicher nie näher als bis zu einem Foto gekommen.
Daher ist es nicht einfach dieses Detail richtig zu Gestalten.

Die Rücklichter bestehen aus zwei unterschiedlichen Leuchten. Neben der ovalen roten Rückleuchte und der Bremsleuchte für den Normalbetrieb enthalten sie auch Tarnlicht. Das ist der rechteckige Bereich. Das Tarnlicht ist weiß und abgemildert.
In der Tamiya Bauanleitung wird der ovale Bereich transparent Rot und der rechteckige Bereich Smoke lackiert. Die restliche Fassung wird von außen erst mit Silber und nach dem Trocknen dann mit Olivgrün lackiert. Das Silber dient als Reflektor und macht die Leuchte ansonsten Lichtundurchlässig. Das Grün ist der äußere Tarnanstrich.
In die Leuchten wird dann von hinten eine weiß leuchtende LED eingesetzt.

Um die Rücklichter am Fahrzeug zu befestigen, benötige ich noch die gedruckte Halterung, allerdings ohne den ringförmigen Innenbereich. Der wird entfernt, indem ich ihn mit dem Fräser herausfräse. Dann kann die Rückleuchte eingepaßt und befestigt werden. In der Halterung sind zwei kleine Löcher für die Kabeldurchführung. Man kann hier auch nur die LED Pins durchstecken und dann so verbiegen, das die LED fest sitzt. Anschließend lötet man das Kabel an und schiebt die Rückleuchte auf die LED. Zu beachten ist dabei, daß an den Leuchten eine Nase angegossen ist, die am M551 in eine Nut eingesetzt wird, welche hier nicht vorhanden ist. Daher muß man die Nase abschleifen. Außerdem gibt es eine rechte und eine linke Rückleuchte, die man nicht verwechseln sollte. Man kann die LED auch zusätzlich festkleben, falls sie durch biegen der Kontakte nicht fest genug sitzt, daß erschwert aber das auswechseln.
Vor der endgültigen Montage sollte auf jeden Fall ein Funktionstest erfolgen!

Bevor die Rückleuten am Panzer montiert werden, muß erst der Kabelverlauf geklärt werden. Die Getriebe sitzen leider beide gefährlich nahe an der Durchlaßbohrung für die Kabel. Daher muß zuerst geklärt werden wie das Kabel sicher im Fahrzeug verlegt wird und ob die Kontakte an der LED nicht am Getriebegehäuse kurzgeschlossen werden. Das ist etwas kniffelig und macht vermutlich auch einige Stücke Schrumpfschlauch nötig. Da mir derzeit noch die passenden LEDs fehlen kommt die Erfolgsmeldung später.


Wird fortgesetzt!
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