Er schielt in den Himmel!
Gepard
1/16 RC-Profi Modell von Haya
Produktbesprechung und Baubericht von Thorsten Schrecke ©2025-26
| Vorbemerkung
Das
hier besprochenen Modell wurde von mir privat erworben und umgebaut. Da
ich dieses Modell nicht im Sortiment habe und auch keinen der es
liefert Vertrete, handelt es sich bei diesem Baubericht um meinen ganz
subjektiven Eindruck und Erfahrungen mit diesem Modell!
Als
ich den Gepard im Oktober 2025 vorbestellte, zu einem nicht
unbeachtlich stolzen Preis, hätte ich nicht damit gerechnet einen
derart großen Unterhaltungswert zu bekommen. Zuerst mal verzögerte sich die Anlieferung beim Importeur um über vier Wochen! Und
für die weitere verspätete Auslieferung war dann nicht
unerheblich die Bürokratie des deutschen Zolls mitverantwortlich!
Hier
nur zur Verdeutlichung: Anfang November 2025 habe ich über
die Versteigerungsplattform mit dem großen E zwei
Panzermodelle direkt in China bestellt! Der Loserladen mit dem A nimmt ja kein PayPal, weil das von der Konkurrenz ist. Daher Pech gehabt! Da war der Gepard bereits 2-3 Wochen geordert und auf dem Schiff unterwegs.
Meine beiden anderen Panzer kamen innerhalb von 2 und 2,5 Wochen bei mir an! Wie
deren Versandweg aussah weiß ich nicht, aber ich vermute sie
standen in einer europäischen Lagerhalle und wurden nur von Hong
Kong aus verkloppt. Beide Modelle sind einwandfrei und kein Vergleich zum Gepard weil kleiner. Worauf ich hinaus will ist, beide Artikel kamen aus dem selben Land, einmal mit staatlicher Unterstützung einmal ohne! Leidtragender
ist hier der Importeur, denn er hat keine Möglichkeit etwas daran
zu ändern und verdient auch noch weniger daran! Ds killt auf die Dauer unseren Einzelhandel!
Zum Modell
Der
Gepard kam vor vielen Jahren schon einmal von dem japanischen
Hersteller mit dem großen T als RC-Bausatz auf den Markt und war
für mich schon damals unerschwinglich. Leider hat der Hersteller
es versäumt die Zeichen der Zeit zu erkennen und das Modell neu
aufzulegen. Vermutlich wäre es sowieso noch unerschwinglicher
geworden.
Haya hat die Chance genutzt ebenso wie der deutsche
Importeur, wofür wir ihnen ausdrücklich danken und darauf
hinweisen, das was jetzt folgt in keiner weise als Kritik oder
negatives Feedback zu verstehen sein soll. Aber bitte verzeiht mir
schon jetzt den lästerlichen Unterton, es ist einfach nicht anders
zu verkraften.
Karton und Inhalt erreichten mich in
einwandfreiem Zustand. Beim öffnen des Kartons zeigte sich
gewohntes. Eine Styroporverpackung mit Kleinteilen in getrennten
Beuteln, eine Fernsteuerung, ein Panzer und ein Beutel mit
Trockenabziehbildern und Betriebsanleitung, Ladekabel nur das
angegebene Fläschchen mit Rauchöl fehlte, dafür ist in
der Stückliste der Stecker für das Binding nicht aufgelistet
gewesen. Aber das ist noch der kleinste Fehler in diesem Pamphlet
welches sich Anleitung nennt.
Schon nach wenigen Zeilen des
versuchten lesens wurde mir klar, das Deutsch in dieser Anleitung ist
keines und selbst das Englisch entzieht sich erfolgreich der
Rechtschreibung und Grammatik! Damit alle was davon haben gibt die gesamte Anleitung als hier PDF zum runterladen:
Mir
war sofort klar, daß dies eine KI-generierte Übersetzung sein
muß. Von einer KI die weder die Grundlagen einer der beiden
Sprachen kennt, noch sie beherrscht. Das es sich nicht um einen Karl
Ingo handeln kann, der mal frei aus dem Chinesischen übersetzt,
ohne einen blassen Schimmer von der Sprache oder dem Modell um das es
hier geht zu haben, ist schon daran zu erkennen, daß eine derart
wahrlose Nutzung der falschen Begriffe selbst dem dümmsten
aufgefallen wäre.
Mein Spott ist gerechtfertig und basiert
auf eigenen Erfahrungen als Übersetzter der bekannten
Verlinden Magazine aus den 1990er Jahren. Da gab es noch keine KI und
schon gar kein Wörterbuch für Modellbausprech. Begriffe wie
Drybushing hatten damals wie heute noch keine deutsche Entsprechung und
werde von vielen immer noch falsch als "trockenbürsten"
übersetzt, da es keine wirklich bessere Formulierung dafür
gibt.
Zurück zum Modell. Die ersten paar Zeilen der Anleitung sind ja
noch lustig und verwirrend aber spätestens bei den Warnhinweisen
wird die Sache gefährlich! Denn missverständliche
Handlungsanweisungen können bei Akkus mit 3000mA/h schmerzhafte
Verletzungen oder gar Brände nach sich ziehen.
Richtig wild
wird es aber bei entscheidenen Funktionsanweisungen für den
Gebrauch der Fernsteuerung und bei der Erläuterung wie man das
"Binding" des Empfängers mit der Hauptplatine bewerkstelligt.
Binding ist der englische Begriff für "Verbinden" und bedeutet die
Kopplung des Empfängers mit einem spezifischen RC-Modell. Es hat
rein gar nichts mit der gleichnamigen Biermarke zu tun, auch wenn die
Geschützläufe des Gepard, hier im Englischen als Barrels
bezeichnet, in KI-Deutsch dann folgerichtig falsch als Fässer
übersetzt werden! Folgerichtig falsch weil Barrel sowohl als Fass
als auch als Geschützlauf übersetzt werden kann,
abhängig von Zusammenhang in dem der Begriff verwendet wird. So
ist das halt mal mit Doppelbedeutungen sie werden erst im Zusammenhang
mit dem Satzbau verständlich.
Mir ist bis heute
schleierhaft wie man nun das Binding des Modells ändert, aber
solange ich es nicht muß ist ja noch Hoffnung. Offensichtlich
muß aber dazu die Fahrzeugoberwanne von der Unterwanne
gelöst werden und dazu findet man in der gesamten Anleitung weder
Bild noch Hinweis! Als nur leidlich erfahrener Modellbauer
erschließt sich mir dies durch einfache Logik. die Schrauben die
scheinbar keine Funktion haben müssen die richtigen sein und so
viele gibt es an diesem Modell dazu nicht.
Also, man klappe das
Batteriefach am Heck auf und suche die beiden tief versenkten
Innensechskantschrauben an dessen Vorderseite. Lege den
Fotoaperat/Smartphone zurecht und dokumentiere ab jetzt alles per Foto!
Die Innensechskantschrauben
lösen und das Heck der Oberwanne vorsichtig anheben. Darunter
kommen gleich mal die Silikonschläuche der Auspuffanlage sowie die
Kabel des Hauptschalters und der Akkuzuleitung zum Vorschein. Letzterer
kann nicht nach unter herausgezogen werden, wegen des dicken fetten
Steckers. Die Silikonschläuche müssen abgezogen werden und
zwar an der Heizung, nicht am Auspuff an der Oberwanne. Vertrauen sie
mir. Es ist einfacher so. Bevor man nun die Oberwanne abhebt, sollte
man sich der weiteren Kabelverbindungen bewußt sein, ansonsten
muß man sie später alle wieder zuordnen und neu
anschließen!! Also
nicht einfach hoch damit! Nein, ganz sanft
erst nach hinten ziehen, um die vordere Verriegelung von der Achse der
Umlenkrollen zu ziehen; dann erst nach links über die Kette
ablegen ohne dabei zuweit nach oben zu
heben! Jetzt bietet sich eine Fotopause an in der der Ist-Zustand
dokumentiert wird. Das hilft später die Steckverbindungen, auch die, wieder zuzuordnen.
Ganz wichtig, bevor man mit der
Demontage anfängt, sollte erst mal die Funktionsprüfung des
Artikels stattfinden. Das gestaltete sich bei dem exotischen Vokabular
der Anleitung reichlich komplex bis unmöglich. Selbst für
mich, der schon an die dreißig dieser Modell hat, war das eine
Herausforderung.
Montieren sie für den Test nicht die
Radarschüssel am Heck! Die muß vorher gründlich
überarbeitet werden, also einfach erst mal weglassen.
Ignorieren
sie für den Einbau der Geschützrohre die Zeichnung und die
schriftliche Beschreibung ganz und folgen sie meinen Worten. Das
Geschütz ist zwar in einer Spiegelsymetrischen Laffette montiert,
aber die innere Aufnahme für das VA-Rohr und den
Glasfaser-Lichtleiter sind auf beiden Seiten gleich! Daraus resultiert,
daß die Öffnung für den Lichtleiter einmal oben und
einmal unten ist.
 | Die Grafik ist ebenso irritierend wie der Hinweistext darunter. Die links gezeigte Innenansicht stimmt nur für eine Seite und die Montagereihenfolge sollte man ganz ignorieren! Gleiches gilt für den Hinweistext. |
Zuerst werden an beiden Lafetten die
Abdecksklappen, welche jeweils mit einer Schraube befestigt sind,
entfernt. Hinweise dazu sucht man in der Anleitung vergebens. Nun eröffnet sich der Einblick in das Innere. Der
Kanonenrauch folgt dem Silikonschlauch. Folglich ist das Ende an dem
die LED befestigt sein sollte, daß in welches der Lichtleiter
gehört. Sein sollte deswegen weil sie bei mir schon lose
herunterhing.
Nun ziehen wir aus dem äußeren
Geschützlauf erst den Lichtleiter und dann das Stahlrohr heraus.
Legen beides auf die Arbeitsplatte und greifen uns einen Cutter oder
eine andere scharfe Klinge.
Was uns der radebrech Text, der
fäschlicherweise als Hinweis gekennzeichnet ist, nämlich
sagen will ist, daß jemand in der Fabrik zu faul, zu blöde
oder inkompetent war um zu begreifen, daß ein Stück
Klebeband am hinteren Rohrende, welches in die Aufnahme am Geschütz
geschoben werden soll, vor dem Lackieren aufgeklebt, verhindert
hätte, daß wir uns hier jetzt auch noch über meinen Satzbau
den Kopf zerbrechen müssen.
Also ganz
einfach nochmal in Lautschrift: Klebeband vor dem Lackieren drumkleben, danach
entfernen und alles paßt!
Das ist nicht passiert und der Hirni in
der Fabrik hat das ganze Rohr schön bunt gemacht. Und noch dick
die Farbe drauf, den man hat es ja. Ende vom Lied, nimm die Klinge
setze oben am Absatz (da wo das Ding, wenn es ganz tief drin steckt,
endet...) und schabe rundherum die Farbe ab! Bis runter auf den
Kunststoff alles wegschaben. Und siehe da plötzlich ist alles ganz
einfach. Der Lauf läßt sich problemlos in die Öffnung schieben und mit einer Schrauben sichern.
Davor
müssen aber erst die Innereien montiert werden. Das
Stahlröhrchen wird auf beiden Seiten in die Aufnahme gedrückt
(wie es die Grafik, hier ausnahmsweise richtig, andeutet). Dazu die Laffete senkrecht nach oben
ausrichten, dann sitzt sie fast auf der Oberwanne auf. So bekommt sie
am wenigsten Druck. Anschließend die LED aus der Halterung hebeln und den Lichtleiter von unter in das Rohr hineinschieben! Also nicht von der Mündung aus wie in der Grafik angegeben !! Die LED noch nicht wieder befestigen. Jetzt das äußere Rohr über das Stahlrohr in die Aufnahme schieben und so weit es geht hineindrücken. Endpunkt
ist erreicht, wenn die seitliche Lasche plan mit der Aufnahme ist und
die Sicherungsschraube problemlos das Loch findet. Der Lichtleiter sollte jetzt am hinteren Ende der Mündungsfeuerbremse aus dem Lauf hervorstehen. Nun
kann die LED wieder montiert werden. Sollte der Lichtleiter noch unten
herausstehen muß er nachjustiert werden. Dabei hilfreich ist eine
Pinzette. Je dichter der Lichtleiter an der LED anliegt desto heller leuchtet das Licht in der Mündung. Ganz zuletzt wird die Schraube vorsichtig eingedreht, welche das gesamte Geschützrohr fixiert.
Also nix mit Loch aufbohren etc. Bevor man sich nun in der Montage aller Kleinteile ergehen will, Finger weg! Das kommt erst nach dem Funktionstest, der Neulackierung, dem Umbau etc.
Nun erst einmal die Batterien in den Sender laden und den Akku mit
Strom befüllen. Dazu das beiliegende Ladekabel nutzen. Dauert 4-6
Stunden sagt die Anlei-Tung. Ging bei mir trotz eiskalten Akku deutlich
schneller. Möglicherweise auch wegen des kalten Akkus?! Nach dem Laden erst mal eine Pause von 1-2 Stunden damit der Akku zur Ruhe kommt und Raumtemperatur erreicht. Das kleine Ding hat 3000mA/h bei 7,5 V! Da sollte man Vorsicht walten lassen.
 | Also hier für Nichtidioten im Klartext:
5. Inbetriebnahme: Zuerst den Sender/Steuerung einschalten, dann den Hauptschalter am Modell!
|
Den Akku dann in das dafür, am Heck in der Oberwanne, vorgesehene Fach einbauen. Der
Deckel öffnet schon sehr elegant per druck auf selbigen. Dabei
möglichst in der Mitte drücken sonst geht nur einer der
Schnappverschlüsse auf. klappt es nicht sofort nochmal zudrücken und erneut versuchen. Soweit zur Eleganz.
Im
Akkufach bewindet sich ein Anschlußkabel mit dem Stecker der
Firma mit dem T, das Gegenstück findet sich am Akku. Vor dem
verheiraten der beiden bitte erst kontrollieren ob der Haupschalte auf
Off steht. Der befindet sich an der hinteren Fachkante zwischen den
Schnappschlössern. Man muß nämlich wissen, daß
der Panzer, sobald er Strom hat, auch immer irgendwie auf Empfang
ist, selbst in ausgeschaltetem Zustand. Was diesen Zustand ad absurdum
führt. Daher auch der Rat in der Anleitung den Akku bei Nichtgebrauch unbedingt vom Panzer zu trennen (also Stecker ziehen).
Bevor
man jetzt voreilig den Betrieb startet unbedingt den Teil der
Funktionen der Fernsteuerung genau durchlesen. Ich weiß das ist
eine Zumutung, aber nach dem anfänglichen Sprachschock kommt
man langsam darauf, daß man nur die Bedienelemente und deren
Multifunktionen verinnerlichen muß. Man hätte das wie bei
anderen Herstellern auch einfach in einer Tabelle auflisten können,
schön ubersichtlich und nach Häufigkeit geordnet, beginnend
mit dem Anlassen. Aber das machen doch alle so. Wo bleibt da die
Herausforderung sich während des Betriebs in größter
Eile noch mal vergewissern zu müssen was eigentlich passiert wenn
man SWB und SWC in der Mittelstellung und ganz hinten drückt
und warum sich eigentlich der Rauchgenerator des Motors im Gegensatz zu
dem der Geschütze nicht abschalten läßt?! Manchmal
ist es aber auch erheiternd bis lustvoll wenn wie unter Punkt 7
beschrieben wird: "Drücken Sie den Freudenstock, damit der Turm
nach links dreht." Ist das eigentlich noch Jugendfrei oder darf der Artikel so nur an über 18-jährige abgegeben werden?
Wie auch immer, ohne Erwachsene denen geholfen wird versteht das eh kein Kind.
Hat
man das Gefühl die Funktionsweise begriffen zu haben, ist das eine
arglistige Selbsttäuschung, die von der Anleitung noch
befördert wird. Daher hier der Tipp, machen sie es wie bei allen
anderen Panzermodellen auch. Erst den Empfänger einschalten, dann
den Panzer. Normalerweise erklingt dann ein Ton der bestätigt das
sich beide gefunden haben und nie wieder trennen wollen. Danach wie ein
Testpilot stur das Testprogramm abarbeiten. Vor, Zurück, drehen
links rechts dann stop. Turmdrehen und auch wenn er es 360° kann nur
knapp darüber drehen und dann wieder zurück.
Rohrerhöhung rauf, runter und schön auf den Suchradar vorne
achten
der muß sich nämlich mitdrehen. Der linke Drehregler auf der
Steuerung dient dazu die Drehrichtung dieses Radars zu ändern und
selbiges auch in die Ruheposition (Antennenspiegel nach hinten) zu
drehen.
Die hintere Radarantenne wird mittels Kippschalterbedienung
hoch und später wieder runter gefahren und beginnt automatich zu
rotieren. Wie das mit der Schüsselausrichtung beim herunterfahren
klappt konnte ich bisher noch nicht testen. Die Schüssel muß
erst einmal überarbeitet werden, da auf ihrer Innenseite
leider die Ausstoßermarken überdeutlich zu erkennen sind.
Zudem besteht sie aus diversen Einzelteilen, die leider nur gesteckt
oder unsauber verklebt wurden. Das braucht Nacharbeit.
Hier
noch ein Hinweis der nirgends steht außer hier: Die vordere
Radaranlege ist nur zusammengesteckt. Die Spiegelabdeckung und der
kühlrippenverzierte obere Teil können, müssen aber
nicht, abgenommen werden. Das erleichtet eine Neulackierung deutlich. Der
Haupt-Radar ist auch aus mehreren Teilen zusammengesetzt. In der
Bauanleitung findet man auch deren Einzelteile angezeigt ebenso deren
Montageanleitung. Leider kommt das Bauteil aber vormontiert und das
schlecht und mit viel Spiel. Daher ist man gezwungen alle Teile wieder
zu trennen. Was bei P4 nicht ganz einfach ist, da es verklebt sein kann.
 |  |
Die Elektronik
ist
speziell und das in mehrfacher Hinsicht. Schön ist, daß man eine
Belegungsplan für alles abgedruckt hat und zwar über ganze
zwei Seiten. Weniger hilfreich ist das Abkürzungen nicht mal
in Englisch erklärt werden!
Man beachte hier auch die
Steckerbuchse CN9 eine 8-pin Buchse. In sie werden statt des passenden
8-pin Stecker zwei völlig unpassende 2- und 3-polige Stecke
gequetscht! Das meine ich wörtlich. Beide Stecker stehen, ob des
Verpolungsnippels (der eigentlich in einen entsprechenden Schlitz
gehört) voll auf mechanischer Spannung und sind geradezu dazu
verdammt sich im rückligen Betrieb zu lösen!
Wofür
die Buchse SW "Netzkabelschlitz" sein soll ist mir auch immer noch ein
Rätsel. Denn hier wird definitiv kein Netzkabel angeschlosse!
Bloß nicht versuchen. Selbst wenn der Warnhinweis den Eindruck
erweckt!!
Wie sich herausstellt ist der Motoren-Rauch über die Fernsteuerung nicht ausschaltbar! Aber
es gibt einen kleinen gelben Jumper (z.D. Hüpfer) auf der Hauptplatine,
auf Position CN10, der die Stromzufuhr zum Rauchgenerator unterbricht.
Dumm nur das man dafür immer erst die gesamte Oberwanne abheben muß. In
wieweit man dem Jumper gegen einen Stecker mit Kabel und einfachen
An/Aus-Schalter tauschen kann muß ich erst noch testen. Den könnte man dann z.B. in einer der Stauboxen verstecken oder an einem anderen leichter zugänglichen Ort. Immerhin wird CN 10 in der Grafik als Schalter bezeichnet und ein Jumper ist ja nichts weiter als eine Schaltbrücke.
Am CN4
wird der Stecker des Lautstärkereglers angeschlossen. dieser ist
dein Drepoti, welches rechts an der Platine montiert ist. Sinniger
weise kann man dieses auch nur von innen bedienen, also nicht einfach
über die Fernbedienung! Wer will auch schon spontan die
lautstärke drosseln. Laßt Mutti schreien solange sie will,
ich schraub das Ding nicht schon wieder auf! Hier gilt es die Lösung ebenfalls nach außen zu verlagern, z.B. in den Turm oder ans Heck.
Auch
spannend ist, daß am 10 Kanal Empfänger nur 4 Kontakte
belegt sind und für das Gerät nicht mal ein Belgeungsplan
geschweigedenn eine Betriebsanleitung beiliegt! Die muß man sich
vermutlich erst irgendwie selbst auf einer chinesischen Internetseite
suchen und dabei gefahr laufen als westlicher Spion enttarnt zu
werden...
Hebt man die Oberwanne von der Unterwanne, wie oben
schon beschrieben, sollte man extrem darauf achten, das sich keine der
Kabelverbindungen lösen, bevor man ein Foto davon machen konnte!
Mit diesen Foto kann man dann den Stromlaufplan der Anleitung
entziffern. Ansonsten hat man eine harte Zeit bis man alles wieder
zusammengefummelt hat und es auch funktioniert.
Will man das
Modell umlackieren umbauen, aufmotzen etc. sollte man die Demontage der
Elektonik mehrfach üben und dokumentieren, bevor man alles
komplett zerlegt. Wer bereits andere Modelle der Bauart Leopard
zerlegt hat kennt das Prinzip schon. Wer es noch nie genacht hat sollte
sich von jemandem mit Erfahrung helfen lassen. Die Oberwanne ist,
wie schon erwähnt, vorne sinnigerweise mit einem Winkelprofil an
der Starrachse der Umlenkrollen befestigt. Diese Achse ist gleichzeitig
ein Teil der Wannenversteifung, obwohl wir hier eine Metallwanne haben.
Diesen Winkel nach dem Abheben der Wanne wieder an seinen Ursprungsort
zu bekommen ohne dabei Kabel zu lösen oder Schläuche
einzuklemmen ist nicht ganz einfach. Auch läßt sich die
Oberwanne nur problemlos schließen, wenn die Rauchschläuche
an der richtigen Stelle liegen und alle Kabel am Getriebe sicher vorbei
geführt werden. Da die Akkustecker nicht durch die Öffnung in
der Oberwanne passen können sie nicht entfernt werden ohne den
Stecker abzuschneiden und anschließend neu anzukrimpen! Es sei
denn man eröffnet das Durchführungsloch im Akkufach mit
sanfter Gewalt.
Zu
Beginn sollte man daher alle Kabel möglichst erst einmal verbunden
lassen und die Oberwanne nach links über die Kette kippen. Jetzt hat man den Blick frei auf das innere der Wanne und der Oberwanne mit Turm. Was
mir gleich aufgefallen ist war, daß die Silikonschläuche der
Auspuffanlage eigentlich zu lang sind. Man könnte sie kürzer
halten hätte dann aber Probleme mit dem Abheben der Oberwanne. So
hat man nur Probleme sie wieder an den Ursprungsplatz zu zwingen, wenn
man die Oberwanne wieder aufsetzen will. Dann müssen nämlich
alle Kabel und Schläuche wieder so verlegt sein, daß sie nicht
eingeklemmt werden. Dazu braucht man etwas Geduld und eine Pinzette mit
der die Silikonschläuche, am Getriebe vorbei, verlegt werden,
während man die Oberwanne einhängt und ausrichtet und dabei
auch noch darauf achtet die Kabel nicht zu beschädigen oder aus
den Anschlußbuchsen zu ziehen. Nach meinem ersten Versuch fuhr der
Panzer erst mal nicht mehr und noch suche ich den Fehler.
Ja,
ich habe den Fehler gefunden. Es ist eine Einstellung auf der
Fernsteuerung, die das "Getriebe" auf "neutral" oder "Antrieb"
schaltete. Dazu wird der SWB Schalter in die obere Position gestellt
und der SWC ebenfalls! Man kann das unbemerkt, versehentlich tun, was
einem ungemein viel neuen Spielspaß bringt! Besonders weil es
unabhängig vom Geräuschpegel der Antriebs passiert!! Es
dauert einige Zeit bis ich drauf kam. Seither nutze ich die
Funktionständig um Leute in den Wahnsinn zu treiben.
 P.S.
Wer einfach nur ablachen will sollte sich die Seite 17 mit der
Liste der "Elektronischen Teile" genau durchlesen. Man weiß ja
nie ob da nicht mal in einem Kreuzworträtsel danach gefragt wird!
| Umgestaltung und Detaillierung
Wer den Gepard auf die BW-Version umbauen
möcht sollte folgendes wissen. Es gab einen stehenden Befehl das
die Kettenschürzen nur im V-Fall montiert werden. Heißt im
normalen Betrieb fuhren alle Geparden, von Beginn an bis zur
Ausmusterung, ohne die Schürzen. Nur der Gummispritzschutz vorne
und hinten war montiert. Die Schürzen waren eingelagert. Daher
gab es nur gebrauchte BW Geparden mit nagelneuen Schürzen zum
Ausmustern!! Die Ukrainer freute das, denn die brauchen diese heute. Im
Friedenszeite waren die Schürzen nur hinderlich bei Wartung und
Reparatur. Auch war der Panzer damit geringfügig breiter, was die
Fahrt auf der Straße im öffentlichen Verkehr erschwerte.
Wer
also vorbildgetreu umbauen will muß wissen, daß die Schürzen
dazu gehörten, aber nie benutzt wurden. Bei den NATO-Partnern z.B.
Belgien wo der Gepard auch eingesetzt wurde war das aber anders!
In
der Artikelbeschreibung des Anbieters wird darauf hingewiesen und das
die Schürzen eine Nut oder Kerbe haben entlang diese
abgefräst werden könne. Bullshit! Ich habe bisher keine
gefunden außer dem Eckkante auf der innenseite aber die dient nur
zum Kürzen der Schürzen an der Wannenoberkante entlang. Will
man die Schürze korrekt entfernen, muß aber auch die
übriggebliebene Restkante und die angeschraubten Montagescharniere
der Ketteschürze (nur angedeutet) entlang der Oberwannenkante
abgetragen werden. Bevor man sich zu diesem Schritt entschließt sollte man sich aber erst die Unterwanne und das Fahrwerk ansehen.
Die
Unterwanne ist ganz aus Metall ebenso die Laufrollen und die Ketten. Beim
Fahrwerk ist der Gepard ganz Profimodell. Die Laufrollen haben
Gummiauflagen in schwarz und sind, wie die gesamte Unterwanne, in
hellem Oliv Grün lackiert. Die gesamte Lackierung entspricht
dem Neuanstrich der 1990er Jahre. Diese wird als Woodland Tarnscheme
nach MASSTER bezeichnet und wurde in den USA entwickelt und später
auf die Nato in Nordeuropa ausgeweitet. Seit den 90er-Jahren ist er
Standard bei NATO und BW.
Die Oberwanne weißt das
standartisierte, werkseitig aufgetragen Tarnscheme auf. Die Flecken
entsprechen denen die, ab dieser Zeit, auf alle Fahrzeuge des Typs
Gepard lackiert wurden. Leider treffen die Farbtöne nicht ganz
den Ton. Das Tarnschema ist Forrest Green, was dem RAL Bronzegrün
entspricht, Braun und Schwarz. Am Modell ist das schwarz ein Basalt-
bis Schiefergrauer Ton, der offensichtlich mehr das verblaßte
Schwarz wiedergeben soll. Der grüne Grundton ist insgesamt etwas zu
blaustichig und entspricht nicht dem Original. Das Bronzegrün hat
die Eigenschaft im Sonnenlicht einen helleren Gelbstich zu zeigen,
während es im Schatten dunkelgrün wirkt. Auf Fotos kann
man des recht gut sehen. Je nach Wetter und Lichteinfall gelbstichig hell oder
dunkelgrün. Der am Modell verwendete braune Farbton ist relativ stimmig, wirkt aber etwas zu hell.
Vor
der Woodlandtarnung, bei seiner Indienststellung 1980, war der Gepard
im einheits-einfarbigem NATO-Olivgrün, welches dem späten
Dunkeloliv des US- ARMY im WWII entspricht, lackiert. Diesen Farbton
hatten alle BW und NATO Fahrzeuge bis 1990. Der Vorteil war eine
einfache und anlaßgerechte, schnelle Umtarbarkeit der Fahrzeuge
mit Temporäranstrichen. Im Winter mit Schlemmkreide, im Sommer mit
Dispersonsfarben, Schlamm oder was eben greifbar war. Dummerweise
waren aber die Fahrzeuge des Warschauer Paktes auch einfarbig Grün
lackiert, so daß erhebliche Verwechslungsgefahr bestand. Woodland sollte
somit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Eine einheitliche
Farbgebung der NATO-Fahrzeuge und eine dem Gelände weitesgehend
entsprechende Tarnung. Das mit einfachen Mitteln nachgebessert werden
sollte war dabei auch vorgesehen.
In der Übergangszeit von
1985-1995 wurden die älteren Geparden mit einem schwarz-braunen
Tarnmuster nachlackiert, unter Beibehaltung der NATO-Oliven Grundfarbe.
Erst nach eine Komplettüberholung der Fahrzeuge wurde dann auch
der Anstrich im Ganzen erneuert. Daher sehen manche Geparden aus wie
bunte Kühe. Unten hellolive Laufrollen oben ein Dreifarbabstrich
mit viel dunklerem Olivgrün. Markant ist auch, daß die
älteren Fahrzeuge noch die roten Ringe an den Laufrollen haben.
Diese sind um das Ölschauglas in der Radnabe gezirkelt und sollten
dieSoldaten daran erinnern diese regelmäßig zu
kontrollieren. Das war auch an anderen BW-Panzern so.
Mir
steckt ja die Sonderlackierung "Gepard im Fell" in der Nase. Diese
Gepard wurde werkseitig, zu Werbezwecken, mit einem
Gepardenfleckenmuster lackiert. Das Fahrzeug steht heute im Museum und
ist der letzte einsatzfähige Gepard vor der Reanimierung der
eingelagerten Geparden für die Ukraine gewesen. Leider ist der
Anstrich nur ein Gag und der Gepard ein A2 Modell, was umfangreiche
Umbaumaßnahmen erfordern würde. Auch ist der
Flecktarnanstrich komplizierter als man auf den ersten Blick denken
mag. Will man ihn genau reproduzieren muß man die Position und
Form jedes Flecken bestimmen und Schablonen dafür erstellen. Es
gibt zwar nur zwei Typen von Flecken, einen Nierenförmigen und
einen "dreizackigen" dazwischen sind aber reichlich einfache rund
Flecken plaziert. Für die beiden ersten Typen wird immer die
gleiche Schablone genutzt nur die Ausrichtung ändert sich. Die
freiand Flecken sind da schon fordernder. Zu beachten ist auch das die
Kanten unscharf sind. Dazu wurden erst die schablonierten Flecken
lackiert und dann mit der Spritzpistole freihand ein unscharfer Rand
darum gezogen. Dieser ist noch heute klar abgegrenzt wenn man
seitlich darauf sieht. Die Grundfarbe ist ein
Sandgelb/Eierschale Farbton den ich nicht bestimmen kann, da die Bilder
im Internet sowohl zu unterschiedlichen Lichtverhältnissen als
auch Zeiten im Lebensalter des Anstrichs gemacht wurden. Als der Lack
noch neu war war er sicher gelber und dunkler. Das ältere
Fahrzeug, welches dann ins Museum kam war dagegen deutlich ausgeblichen.
Um
das Fahrzeug so zu lackieren müßte ich es komplett zerlegen,
samt Fahrwerk und Turm. Der bestehende Tarnanstrich
müßte egalisiert werden, um die Überganskanten des
Tarnmusters zu entfernen. Dann alles neu grundieren und die Grundfarbe
darauf. Die Unterwanne wurde soweit ich es sehen kann ebenfalls
lackiert und somit das gesammte Fahrzeug. Am Heck durfte sich dann
die Lackiererei, die den Anstrich für die BW ausgeführt hat,
werbetechnisch verewigen. Leider habe ich davon kein gutes Frontalbild
nachdem man diese Beschriftung rekonstruieren kann. Na ja, kommt Zeit, kommt kommt Laune...
Wird fortgesetzt....
| | Nachtrag | Die
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