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Er schielt in den Himmel!

Gepard

 1/16 RC-Profi Modell von 
Haya 

Produktbesprechung und Baubericht
von Thorsten Schrecke
©2025-26

H1613_Gepard-01.jpg


Vorbemerkung

Das hier besprochenen Modell wurde von mir privat erworben und umgebaut. Da ich dieses Modell nicht im Sortiment habe und auch keinen der es liefert Vertrete, handelt es sich bei diesem Baubericht um meinen ganz subjektiven Eindruck und Erfahrungen mit diesem Modell!


Als ich den Gepard im Oktober 2025 vorbestellte, zu einem nicht unbeachtlich stolzen Preis, hätte ich nicht damit gerechnet einen derart großen Unterhaltungswert zu bekommen.
Zuerst mal verzögerte sich die Anlieferung beim Importeur um über vier Wochen!
Und für die weitere verspätete Auslieferung war dann nicht unerheblich die Bürokratie des deutschen Zolls mitverantwortlich!

Hier nur zur Verdeutlichung: Anfang November 2025 habe ich über die Versteigerungsplattform mit dem großen E zwei Panzermodelle direkt in China bestellt!
Der Loserladen mit dem A nimmt ja kein PayPal, weil das von der Konkurrenz ist. Daher Pech gehabt!
Da war der Gepard bereits 2-3 Wochen geordert und auf dem Schiff unterwegs.

Meine beiden anderen Panzer kamen innerhalb von 2 und 2,5 Wochen bei mir an!
Wie deren Versandweg aussah weiß ich nicht, aber ich vermute sie standen in einer europäischen Lagerhalle und wurden nur von Hong Kong aus verkloppt.
Beide Modelle sind einwandfrei und kein Vergleich zum Gepard weil kleiner.
Worauf ich hinaus will ist, beide Artikel kamen aus dem selben Land, einmal mit staatlicher Unterstützung einmal ohne!
Leidtragender ist hier der Importeur, denn er hat keine Möglichkeit etwas daran zu ändern und verdient auch noch weniger daran!
Ds killt auf die Dauer unseren Einzelhandel!

Zum Modell


Der Gepard kam vor vielen Jahren schon einmal von dem japanischen Hersteller mit dem großen T als RC-Bausatz auf den Markt und war für mich schon damals unerschwinglich. Leider hat der Hersteller es versäumt die Zeichen der Zeit zu erkennen und das Modell neu aufzulegen. Vermutlich wäre es sowieso noch unerschwinglicher geworden.

Haya hat die Chance genutzt ebenso wie der deutsche Importeur, wofür wir ihnen ausdrücklich danken und darauf hinweisen, das was jetzt folgt in keiner weise als Kritik oder negatives Feedback zu verstehen sein soll. Aber bitte verzeiht mir schon jetzt den lästerlichen Unterton, es ist einfach nicht anders zu verkraften.

Karton und Inhalt erreichten mich in einwandfreiem Zustand. Beim öffnen des Kartons zeigte sich gewohntes. Eine Styroporverpackung mit Kleinteilen in getrennten Beuteln, eine Fernsteuerung, ein Panzer und ein Beutel mit Trockenabziehbildern und Betriebsanleitung, Ladekabel nur das angegebene Fläschchen mit Rauchöl fehlte, dafür ist in der Stückliste der Stecker für das Binding nicht aufgelistet gewesen. Aber das ist noch der kleinste Fehler in diesem Pamphlet welches sich Anleitung nennt.

Schon nach wenigen Zeilen des versuchten lesens wurde mir klar, das Deutsch in dieser Anleitung ist keines und selbst das Englisch entzieht sich erfolgreich der Rechtschreibung und Grammatik!
Damit alle was davon haben gibt die gesamte Anleitung als hier  PDF zum runterladen:



Mir war sofort klar, daß dies eine KI-generierte Übersetzung sein muß. Von einer KI die weder die Grundlagen einer der beiden Sprachen kennt, noch sie beherrscht. Das es sich nicht um einen Karl Ingo handeln kann, der mal frei aus dem Chinesischen übersetzt, ohne einen blassen Schimmer von der Sprache oder dem Modell um das es hier geht zu haben, ist schon daran zu erkennen, daß eine derart wahrlose Nutzung der falschen Begriffe selbst dem dümmsten aufgefallen wäre.

Mein Spott ist gerechtfertig und basiert auf eigenen Erfahrungen als Übersetzter der bekannten Verlinden Magazine aus den 1990er Jahren. Da gab es noch keine KI und schon gar kein Wörterbuch für Modellbausprech. Begriffe wie Drybushing hatten damals wie heute noch keine deutsche Entsprechung und werde von vielen immer noch falsch als "trockenbürsten" übersetzt, da es keine wirklich bessere Formulierung dafür gibt.

Zurück zum Modell. Die ersten paar Zeilen der Anleitung sind ja noch lustig und verwirrend aber spätestens bei den Warnhinweisen wird die Sache gefährlich! Denn missverständliche Handlungsanweisungen können bei Akkus mit 3000mA/h schmerzhafte Verletzungen oder gar Brände nach sich ziehen.

Richtig wild wird es aber bei entscheidenen Funktionsanweisungen für den Gebrauch der Fernsteuerung und bei der Erläuterung wie man das "Binding" des Empfängers mit der Hauptplatine bewerkstelligt. Binding ist der englische Begriff für "Verbinden" und bedeutet die Kopplung des Empfängers mit einem spezifischen RC-Modell. Es hat rein gar nichts mit der gleichnamigen Biermarke zu tun, auch wenn die Geschützläufe des Gepard, hier im Englischen als Barrels bezeichnet, in KI-Deutsch dann folgerichtig falsch als Fässer übersetzt werden! Folgerichtig falsch weil Barrel sowohl als Fass als auch als Geschützlauf übersetzt werden kann, abhängig von Zusammenhang in dem der Begriff verwendet wird. So ist das halt mal mit Doppelbedeutungen sie werden erst im Zusammenhang mit dem Satzbau verständlich.

Mir ist bis heute schleierhaft wie man nun das Binding des Modells ändert, aber solange ich es nicht muß ist ja noch Hoffnung. Offensichtlich muß aber dazu die Fahrzeugoberwanne von der Unterwanne gelöst werden und dazu findet man in der gesamten Anleitung weder Bild noch Hinweis!
Als nur leidlich erfahrener Modellbauer erschließt sich mir dies durch einfache Logik. die Schrauben die scheinbar keine Funktion haben müssen die richtigen sein und so viele gibt es an diesem Modell dazu nicht.

Also, man klappe das Batteriefach am Heck auf und suche die beiden tief versenkten Innensechskantschrauben an dessen Vorderseite. Lege den Fotoaperat/Smartphone zurecht und dokumentiere ab jetzt alles per Foto!

Die
Innensechskantschrauben lösen und das Heck der Oberwanne vorsichtig anheben. Darunter kommen gleich mal die Silikonschläuche der Auspuffanlage sowie die Kabel des Hauptschalters und der Akkuzuleitung zum Vorschein. Letzterer kann nicht nach unter herausgezogen werden, wegen des dicken fetten Steckers. Die Silikonschläuche müssen abgezogen werden und zwar an der Heizung, nicht am Auspuff an der Oberwanne. Vertrauen sie mir. Es ist einfacher so.
Bevor man nun die Oberwanne abhebt, sollte man sich der weiteren Kabelverbindungen bewußt sein, ansonsten muß man sie später alle wieder zuordnen und neu anschließen!!
Also nicht einfach hoch damit! Nein, ganz sanft erst nach hinten ziehen, um die vordere Verriegelung von der Achse der Umlenkrollen zu ziehen; dann erst nach links über die Kette ablegen ohne dabei zuweit nach oben zu heben! Jetzt bietet sich eine Fotopause an in der der Ist-Zustand dokumentiert wird. Das hilft später die Steckverbindungen, auch die, wieder zuzuordnen.

Ganz wichtig, bevor man mit der Demontage anfängt, sollte erst mal die Funktionsprüfung des Artikels stattfinden. Das gestaltete sich bei dem exotischen Vokabular der Anleitung reichlich komplex bis unmöglich. Selbst für mich, der schon an die dreißig dieser Modell hat, war das eine Herausforderung.

Montieren sie für den Test nicht die Radarschüssel am Heck! Die muß vorher gründlich überarbeitet werden, also einfach erst mal weglassen.

Ignorieren sie für den Einbau der Geschützrohre die Zeichnung und die schriftliche Beschreibung ganz und folgen sie meinen Worten. Das Geschütz ist zwar in einer Spiegelsymetrischen Laffette montiert, aber die innere Aufnahme für das VA-Rohr und den Glasfaser-Lichtleiter sind auf beiden Seiten gleich! Daraus resultiert, daß die Öffnung für den Lichtleiter einmal oben und einmal unten ist.

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Die Grafik ist ebenso irritierend wie der Hinweistext darunter.
Die links gezeigte Innenansicht stimmt nur für eine Seite und die Montagereihenfolge sollte man ganz ignorieren!
Gleiches gilt für den Hinweistext.


Zuerst werden an beiden Lafetten die Abdecksklappen, welche jeweils mit einer Schraube befestigt sind, entfernt. Hinweise dazu sucht man in der Anleitung vergebens. Nun eröffnet sich der Einblick in das Innere. Der Kanonenrauch folgt dem Silikonschlauch. Folglich ist das Ende an dem die LED befestigt sein sollte, daß in welches der Lichtleiter gehört. Sein sollte deswegen weil sie bei mir schon lose herunterhing.

Nun ziehen wir aus dem äußeren Geschützlauf erst den Lichtleiter und dann das Stahlrohr heraus. Legen beides auf die Arbeitsplatte und greifen uns einen Cutter oder eine andere scharfe Klinge.

Was uns der radebrech Text, der fäschlicherweise als Hinweis gekennzeichnet ist, nämlich sagen will ist, daß jemand in der Fabrik zu faul, zu blöde oder inkompetent war um zu begreifen, daß ein Stück Klebeband am hinteren Rohrende, welches in die Aufnahme am Geschütz geschoben werden soll, vor dem Lackieren aufgeklebt, verhindert hätte, daß wir uns hier jetzt auch noch über meinen Satzbau den Kopf zerbrechen müssen.

Also ganz einfach nochmal in Lautschrift: Klebeband vor dem Lackieren drumkleben, danach entfernen und alles paßt!

Das ist nicht passiert und der Hirni in der Fabrik hat das ganze Rohr schön bunt gemacht. Und noch dick die Farbe drauf, den man hat es ja.
Ende vom Lied, nimm die Klinge setze oben am Absatz (da wo das Ding, wenn es ganz tief drin steckt, endet...) und schabe rundherum die Farbe ab! Bis runter auf den Kunststoff alles wegschaben. Und siehe da plötzlich ist alles ganz einfach.
Der Lauf läßt sich problemlos in die Öffnung schieben und mit einer Schrauben sichern.

Davor müssen aber erst die Innereien montiert werden. Das Stahlröhrchen wird auf beiden Seiten in die Aufnahme gedrückt (wie es die Grafik, hier ausnahmsweise richtig, andeutet). Dazu die Laffete senkrecht nach oben ausrichten, dann sitzt sie fast auf der Oberwanne auf. So bekommt sie am wenigsten Druck.
Anschließend die LED aus der Halterung hebeln und den Lichtleiter von unter in das Rohr hineinschieben! Also nicht von der Mündung aus wie in der Grafik angegeben !!
Die LED noch nicht wieder befestigen.
Jetzt das äußere Rohr über das Stahlrohr in die Aufnahme schieben und so weit es geht hineindrücken.
Endpunkt ist erreicht, wenn die seitliche Lasche plan mit der Aufnahme ist und die Sicherungsschraube problemlos das Loch findet.
Der Lichtleiter sollte jetzt am hinteren Ende der Mündungsfeuerbremse aus dem Lauf hervorstehen.
Nun kann die LED wieder montiert werden. Sollte der Lichtleiter noch unten herausstehen muß er nachjustiert werden. Dabei hilfreich ist eine Pinzette.
Je dichter 
der Lichtleiter an der LED anliegt desto heller leuchtet das Licht in der Mündung.
Ganz zuletzt wird die Schraube vorsichtig eingedreht, welche das gesamte Geschützrohr fixiert.

Also nix mit Loch aufbohren etc.
Bevor man sich nun in der Montage aller Kleinteile ergehen will, Finger weg!
Das kommt erst nach dem Funktionstest, der Neulackierung, dem Umbau etc.

Nun erst einmal die Batterien in den Sender laden und den Akku mit Strom befüllen. Dazu das beiliegende Ladekabel nutzen. Dauert 4-6 Stunden sagt die Anlei-Tung. Ging bei mir trotz eiskalten Akku deutlich schneller. Möglicherweise auch wegen des kalten Akkus?!
Nach dem Laden erst mal eine Pause von 1-2 Stunden damit der Akku zur Ruhe kommt und Raumtemperatur erreicht.
Das kleine Ding hat 3000mA/h bei 7,5 V! Da sollte man Vorsicht walten lassen.

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Also hier für Nichtidioten im Klartext:

5. Inbetriebnahme:
Zuerst den Sender/Steuerung einschalten, dann den Hauptschalter am Modell!

Den Akku dann in das dafür, am Heck in der Oberwanne, vorgesehene Fach einbauen.
Der Deckel öffnet schon sehr elegant per druck auf selbigen. Dabei möglichst in der Mitte drücken sonst geht nur einer der Schnappverschlüsse auf.
klappt es nicht sofort nochmal zudrücken und erneut versuchen. Soweit zur Eleganz.

Im Akkufach bewindet sich ein Anschlußkabel mit dem Stecker der Firma mit dem T, das Gegenstück findet sich am Akku. Vor dem verheiraten der beiden bitte erst kontrollieren ob der Haupschalte auf Off steht. Der befindet sich an der hinteren Fachkante zwischen den Schnappschlössern.
Man muß nämlich wissen, daß der Panzer, sobald er Strom hat, auch immer irgendwie auf Empfang ist, selbst in ausgeschaltetem Zustand. Was diesen Zustand ad absurdum führt.
Daher auch der Rat in der Anleitung den Akku bei Nichtgebrauch unbedingt vom Panzer zu trennen (also Stecker ziehen).

Bevor man jetzt voreilig den Betrieb startet unbedingt den Teil der Funktionen der Fernsteuerung genau durchlesen. Ich weiß das ist eine Zumutung, aber nach  dem anfänglichen Sprachschock kommt man langsam darauf, daß man nur die Bedienelemente und deren Multifunktionen verinnerlichen muß. Man hätte das wie bei anderen Herstellern auch einfach in einer Tabelle auflisten können, schön ubersichtlich und nach Häufigkeit geordnet, beginnend mit dem Anlassen. Aber das machen doch alle so. Wo bleibt da die Herausforderung sich während des Betriebs in größter Eile noch mal vergewissern zu müssen was eigentlich passiert wenn man SWB und SWC in der Mittelstellung und ganz hinten drückt und warum sich eigentlich der Rauchgenerator des Motors im Gegensatz zu dem der Geschütze nicht abschalten läßt?!
Manchmal ist es aber auch erheiternd bis lustvoll wenn wie unter Punkt 7 beschrieben wird: "Drücken Sie den Freudenstock, damit der Turm nach links dreht."
Ist das eigentlich noch Jugendfrei oder darf der Artikel so nur an über 18-jährige abgegeben werden?

Wie auch immer, ohne Erwachsene denen geholfen wird versteht das eh kein Kind.

Hat man das Gefühl die Funktionsweise begriffen zu haben, ist das eine arglistige Selbsttäuschung, die von der Anleitung noch befördert wird. Daher hier der Tipp, machen sie es wie bei allen anderen Panzermodellen auch. Erst den Empfänger einschalten, dann den Panzer. Normalerweise erklingt dann ein Ton der bestätigt das sich beide gefunden haben und nie wieder trennen wollen. Danach wie ein Testpilot stur das Testprogramm abarbeiten. Vor, Zurück, drehen links rechts dann stop. Turmdrehen und auch wenn er es 360° kann nur knapp darüber drehen und dann wieder zurück. Rohrerhöhung rauf, runter und schön auf den Suchradar vorne achten der muß sich nämlich mitdrehen. Der linke Drehregler auf der Steuerung dient dazu die Drehrichtung dieses Radars zu ändern und selbiges auch in die Ruheposition (Antennenspiegel nach hinten) zu drehen.

Die hintere Radarantenne wird mittels Kippschalterbedienung hoch und später wieder runter gefahren und beginnt automatich zu rotieren. Wie das mit der Schüsselausrichtung beim herunterfahren klappt konnte ich bisher noch nicht testen. Die Schüssel muß erst einmal überarbeitet werden, da auf ihrer Innenseite leider die Ausstoßermarken überdeutlich zu erkennen sind. Zudem besteht sie aus diversen Einzelteilen, die leider nur gesteckt oder unsauber verklebt wurden. Das braucht Nacharbeit.

Hier noch ein Hinweis der nirgends steht außer hier: Die vordere Radaranlege ist nur zusammengesteckt. Die Spiegelabdeckung und der kühlrippenverzierte obere Teil können, müssen aber nicht, abgenommen werden. Das erleichtet eine Neulackierung deutlich.
Der Haupt-Radar ist auch aus mehreren Teilen zusammengesetzt. In der Bauanleitung findet man auch deren Einzelteile angezeigt ebenso deren Montageanleitung. Leider kommt das Bauteil aber vormontiert und das schlecht und mit viel Spiel. Daher ist man gezwungen alle Teile wieder zu trennen. Was bei P4 nicht ganz einfach ist, da es verklebt sein kann.



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Die Elektronik

ist speziell und das in mehrfacher Hinsicht. Schön ist, daß man eine Belegungsplan für alles abgedruckt hat und zwar über ganze zwei Seiten.  Weniger hilfreich ist das Abkürzungen nicht mal in Englisch erklärt werden!

Man beachte hier auch die Steckerbuchse CN9 eine 8-pin Buchse. In sie werden statt des passenden 8-pin Stecker zwei völlig unpassende 2- und 3-polige Stecke gequetscht! Das meine ich wörtlich. Beide Stecker stehen, ob des Verpolungsnippels (der eigentlich in einen entsprechenden Schlitz gehört) voll auf mechanischer Spannung und sind geradezu dazu verdammt sich im rückligen Betrieb zu lösen!

Wofür die Buchse SW "Netzkabelschlitz" sein soll ist mir auch immer noch ein Rätsel. Denn hier wird definitiv kein Netzkabel angeschlosse! Bloß nicht versuchen. Selbst wenn der Warnhinweis den Eindruck erweckt!!

Wie sich herausstellt ist der Motoren-Rauch über die Fernsteuerung nicht ausschaltbar!
Aber es gibt einen kleinen gelben Jumper (z.D. Hüpfer) auf der Hauptplatine, auf Position CN10, der die Stromzufuhr zum Rauchgenerator unterbricht. Dumm nur das man dafür immer erst die gesamte Oberwanne abheben muß. In wieweit man dem Jumper gegen einen Stecker mit Kabel und einfachen An/Aus-Schalter tauschen kann muß ich erst noch testen. 
Den könnte man dann z.B. in einer der Stauboxen verstecken oder an einem anderen leichter zugänglichen Ort. Immerhin wird CN 10 in der Grafik als Schalter bezeichnet und ein Jumper ist ja nichts weiter als eine Schaltbrücke.

Am CN4 wird der Stecker des Lautstärkereglers angeschlossen. dieser ist dein Drepoti, welches rechts an der Platine montiert ist. Sinniger weise kann man dieses auch nur von innen bedienen, also nicht einfach über die Fernbedienung! Wer will auch schon spontan die lautstärke drosseln. Laßt Mutti schreien solange sie will, ich schraub das Ding nicht schon wieder auf!
Hier gilt es die Lösung ebenfalls nach außen zu verlagern, z.B. in den Turm oder ans Heck.

Auch spannend ist, daß am 10 Kanal Empfänger nur 4 Kontakte belegt sind und für das Gerät nicht mal ein Belgeungsplan geschweigedenn eine Betriebsanleitung beiliegt! Die muß man sich vermutlich erst irgendwie selbst auf einer chinesischen Internetseite suchen und dabei gefahr laufen als westlicher Spion enttarnt zu werden...

Hebt man die Oberwanne von der Unterwanne, wie oben schon beschrieben, sollte man extrem darauf achten, das sich keine der Kabelverbindungen lösen, bevor man ein Foto davon machen konnte! Mit diesen Foto kann man dann den Stromlaufplan der Anleitung entziffern. Ansonsten hat man eine harte Zeit bis man alles wieder zusammengefummelt hat und es auch funktioniert.

Will man das Modell umlackieren umbauen, aufmotzen etc. sollte man die Demontage der Elektonik mehrfach üben und dokumentieren, bevor man alles komplett zerlegt.
Wer bereits andere Modelle der Bauart Leopard zerlegt hat kennt das Prinzip schon. Wer es noch nie genacht hat sollte sich von jemandem mit Erfahrung helfen lassen.
Die Oberwanne ist, wie schon erwähnt, vorne sinnigerweise mit einem Winkelprofil an der Starrachse der Umlenkrollen befestigt. Diese Achse ist gleichzeitig ein Teil der Wannenversteifung, obwohl wir hier eine Metallwanne haben. Diesen Winkel nach dem Abheben der Wanne wieder an seinen Ursprungsort zu bekommen ohne dabei Kabel zu lösen oder Schläuche einzuklemmen ist nicht ganz einfach. Auch läßt sich die Oberwanne nur problemlos schließen, wenn die Rauchschläuche an der richtigen Stelle liegen und alle Kabel am Getriebe sicher vorbei geführt werden.
Da die Akkustecker nicht durch die Öffnung in der Oberwanne passen können sie nicht entfernt werden ohne den Stecker abzuschneiden und anschließend neu anzukrimpen! Es sei denn man eröffnet das Durchführungsloch im Akkufach mit sanfter Gewalt.

Zu Beginn sollte man daher alle Kabel möglichst erst einmal verbunden lassen und die Oberwanne nach links über die Kette kippen.
Jetzt hat man den Blick frei auf das innere der Wanne und der Oberwanne mit Turm.
Was mir gleich aufgefallen ist war, daß die Silikonschläuche der Auspuffanlage eigentlich zu lang sind. Man könnte sie kürzer halten hätte dann aber Probleme mit dem Abheben der Oberwanne. So hat man nur Probleme sie wieder an den Ursprungsplatz zu zwingen, wenn man die Oberwanne wieder aufsetzen will. Dann müssen nämlich alle Kabel und Schläuche wieder so verlegt sein, daß sie nicht eingeklemmt werden. Dazu braucht man etwas Geduld und eine Pinzette mit der die Silikonschläuche, am Getriebe vorbei, verlegt werden, während man die Oberwanne einhängt und ausrichtet und dabei auch noch darauf achtet die Kabel nicht zu beschädigen oder aus den Anschlußbuchsen zu ziehen. Nach meinem ersten Versuch fuhr der Panzer erst mal nicht mehr und noch suche ich den Fehler.

Ja, ich habe den Fehler gefunden. Es ist eine Einstellung auf der Fernsteuerung, die das "Getriebe" auf "neutral" oder "Antrieb" schaltete. Dazu wird der SWB Schalter in die obere Position gestellt und der SWC ebenfalls! Man kann das unbemerkt, versehentlich tun, was einem ungemein viel neuen Spielspaß bringt!
Besonders weil es unabhängig vom Geräuschpegel der Antriebs passiert!! Es dauert einige Zeit bis ich drauf kam. Seither nutze ich die Funktionständig um Leute in den Wahnsinn zu treiben.


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P.S. Wer einfach nur ablachen will sollte sich die Seite 17 mit der Liste der "Elektronischen Teile" genau durchlesen. Man weiß ja nie ob da nicht mal in einem Kreuzworträtsel danach gefragt wird!

Umgestaltung und Detaillierung

Wer den Gepard auf die BW-Version umbauen möcht sollte folgendes wissen. Es gab einen stehenden Befehl das die Kettenschürzen nur im V-Fall montiert werden. Heißt im normalen Betrieb fuhren alle Geparden, von Beginn an bis zur Ausmusterung, ohne die Schürzen. Nur der Gummispritzschutz vorne und hinten war montiert. Die Schürzen waren eingelagert. Daher gab es nur gebrauchte BW Geparden mit nagelneuen Schürzen zum Ausmustern!!
Die Ukrainer freute das, denn die brauchen diese heute.
Im Friedenszeite waren die Schürzen nur hinderlich bei Wartung und Reparatur. Auch war der Panzer damit geringfügig breiter, was die Fahrt auf der Straße im öffentlichen Verkehr erschwerte.

Wer also vorbildgetreu umbauen will muß wissen, daß die Schürzen dazu gehörten, aber nie benutzt wurden. Bei den NATO-Partnern z.B. Belgien wo der Gepard auch eingesetzt wurde war das aber anders!

In der Artikelbeschreibung des Anbieters wird darauf hingewiesen und das die Schürzen eine Nut oder Kerbe haben entlang diese abgefräst werden könne. Bullshit! Ich habe bisher keine gefunden außer dem Eckkante auf der innenseite aber die dient nur zum Kürzen der Schürzen an der Wannenoberkante entlang. Will man die Schürze korrekt entfernen, muß aber auch die übriggebliebene Restkante und die angeschraubten Montagescharniere der Ketteschürze (nur angedeutet) entlang der Oberwannenkante abgetragen werden.
Bevor man sich zu diesem Schritt entschließt sollte man sich aber erst die Unterwanne und das Fahrwerk ansehen.

Die Unterwanne ist ganz aus Metall ebenso die Laufrollen und die Ketten. Beim Fahrwerk ist der Gepard ganz Profimodell. Die Laufrollen haben Gummiauflagen in schwarz und sind, wie die gesamte Unterwanne, in hellem Oliv Grün lackiert.
Die gesamte Lackierung entspricht dem Neuanstrich der 1990er Jahre. Diese wird als Woodland Tarnscheme nach MASSTER bezeichnet und wurde in den USA entwickelt und später auf die Nato in Nordeuropa ausgeweitet. Seit den 90er-Jahren ist er Standard bei NATO und BW.

Die Oberwanne weißt das standartisierte, werkseitig aufgetragen Tarnscheme auf. Die Flecken entsprechen denen die, ab dieser Zeit, auf alle Fahrzeuge des Typs Gepard lackiert wurden. Leider treffen die Farbtöne nicht ganz den Ton. Das Tarnschema ist Forrest Green, was dem RAL Bronzegrün entspricht, Braun und Schwarz. Am Modell ist das schwarz ein Basalt- bis Schiefergrauer Ton, der offensichtlich mehr das verblaßte Schwarz wiedergeben soll.
Der grüne Grundton ist insgesamt etwas zu blaustichig und entspricht nicht dem Original. Das Bronzegrün hat die Eigenschaft im Sonnenlicht einen helleren Gelbstich zu zeigen, während es im Schatten dunkelgrün wirkt. Auf Fotos kann man des recht gut sehen. Je nach Wetter und Lichteinfall gelbstichig hell oder dunkelgrün.
Der am Modell verwendete braune Farbton ist relativ stimmig, wirkt aber etwas zu hell.

Vor der Woodlandtarnung, bei seiner Indienststellung 1980, war der Gepard im einheits-einfarbigem NATO-Olivgrün, welches dem späten Dunkeloliv des US- ARMY im WWII entspricht, lackiert. Diesen Farbton hatten alle BW und NATO Fahrzeuge bis 1990. Der Vorteil war eine einfache und anlaßgerechte, schnelle Umtarbarkeit der Fahrzeuge mit Temporäranstrichen. Im Winter mit Schlemmkreide, im Sommer mit Dispersonsfarben, Schlamm oder was eben greifbar war.
Dummerweise waren aber die Fahrzeuge des Warschauer Paktes auch einfarbig Grün lackiert, so daß erhebliche Verwechslungsgefahr bestand. Woodland sollte somit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Eine einheitliche Farbgebung der NATO-Fahrzeuge und eine dem Gelände weitesgehend entsprechende Tarnung. Das mit einfachen Mitteln nachgebessert werden sollte war dabei auch vorgesehen.

In der Übergangszeit von 1985-1995 wurden die älteren Geparden mit einem schwarz-braunen Tarnmuster nachlackiert, unter Beibehaltung der NATO-Oliven Grundfarbe. Erst nach eine Komplettüberholung der Fahrzeuge wurde dann auch der Anstrich im Ganzen erneuert. Daher sehen manche Geparden aus wie bunte Kühe. Unten hellolive Laufrollen oben ein Dreifarbabstrich mit viel dunklerem Olivgrün.
Markant ist auch, daß die älteren Fahrzeuge noch die roten Ringe an den Laufrollen haben. Diese sind um das Ölschauglas in der Radnabe gezirkelt und sollten dieSoldaten daran erinnern diese regelmäßig zu kontrollieren. Das war auch an anderen BW-Panzern so.

Mir steckt ja die Sonderlackierung "Gepard im Fell" in der Nase. Diese Gepard wurde werkseitig, zu Werbezwecken, mit einem Gepardenfleckenmuster lackiert. Das Fahrzeug steht heute im Museum und ist der letzte einsatzfähige Gepard vor der Reanimierung der eingelagerten Geparden für die Ukraine gewesen. Leider ist der Anstrich nur ein Gag und der Gepard ein A2 Modell, was umfangreiche Umbaumaßnahmen erfordern würde. Auch ist der Flecktarnanstrich komplizierter als man auf den ersten Blick denken mag. Will man ihn genau reproduzieren muß man die Position und Form jedes Flecken bestimmen und Schablonen dafür erstellen. Es gibt zwar nur zwei Typen von Flecken, einen Nierenförmigen und einen "dreizackigen" dazwischen sind aber reichlich einfache rund Flecken plaziert. Für die beiden ersten Typen wird immer die gleiche Schablone genutzt nur die Ausrichtung ändert sich. Die freiand Flecken sind da schon fordernder. Zu beachten ist auch das die Kanten unscharf sind. Dazu wurden erst die schablonierten Flecken lackiert und dann mit der Spritzpistole freihand ein unscharfer Rand darum gezogen. Dieser ist noch heute klar abgegrenzt wenn man seitlich darauf sieht.
Die Grundfarbe ist ein Sandgelb/Eierschale Farbton den ich nicht bestimmen kann, da die Bilder im Internet sowohl zu unterschiedlichen Lichtverhältnissen als auch Zeiten im Lebensalter des Anstrichs gemacht wurden. Als der Lack noch neu war war er sicher gelber und dunkler. Das ältere Fahrzeug, welches dann ins Museum kam war dagegen deutlich ausgeblichen.

Um das Fahrzeug so zu lackieren müßte ich es komplett zerlegen, samt Fahrwerk und Turm. Der bestehende Tarnanstrich müßte egalisiert werden, um die Überganskanten des Tarnmusters zu entfernen. Dann alles neu grundieren und die Grundfarbe darauf. Die Unterwanne wurde soweit ich es sehen kann ebenfalls lackiert und somit das gesammte Fahrzeug.
Am Heck durfte sich dann die Lackiererei, die den Anstrich für die BW ausgeführt hat, werbetechnisch verewigen. Leider habe ich davon kein gutes Frontalbild nachdem man diese Beschriftung rekonstruieren kann.
Na ja, kommt Zeit, kommt kommt Laune...


Wird fortgesetzt....
Nachtrag

Die Bilder und Texte auf dieser und den anschließenden Seiten sind urheberrechtliche geschützt
und dürfen nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers genutzt werden.
Der Urheber und Copyrights Inhaber ist Thorsten Schrecke sofern nichts anderes angegeben ist.
©
Thorsten Schrecke 2025


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